Kommunikationsplattform Internet

Oder: Warum die Schwierigkeit, darüber zu kommunizieren, ein Mythos ist

Die Anonymität des Internets ist für viele Menschen einerseits angenehm, denn es bewahrt sie davor, die Identität preiszugeben, andererseits höchst problematisch, wenn gerade die Anonymität dazu führt, dass sich manche Trolle dahinter verstecken, um ihr toxisches Unwesen zu treiben. Zwischen diesen beiden Extremen jedoch findet allermeistens ganz normale Kommunikation zwischen mehr oder weniger Gleichgesinnten, in so genannten Bubbles, bis zu befreundeten Menschen, die sich persönlich kennen, statt. Doch die Unverbindlichkeit der sozialen Medien bietet nicht nur angenehme Vorteile wie Echtzeitchats oder Diskussions- und Meinungsaustausch zu jeder Zeit, sondern birgt ungeahnte Gefahren in der zwischenmenschlichen Kommunikation.

Ohne Frage ist es schwierig, sich über konfliktbehaftete Themen über das Internet auszutauschen, denn es geht erstens viel langsamer als in einem Gespräch und hängt von der Fähigkeit der Kommunizierenden ab, die Tastatur zu beherrschen, zweitens ist es auch anstrengend, die Worte genau zu lesen anstatt sie zu hören. Andererseits jedoch ist es auch leichter, denn das, was geschrieben wurde, steht nun schwarz auf weiß da und kann jederzeit nachgelesen werden. So kann sich so leicht niemand mehr herausreden, etwas „gesagt“ oder „nicht gesagt“ zu haben.

Die Kommunikation zwischen Menschen ist im so genannten Real Life (RL) jedoch genau so schwierig bzw. leicht. Treten Konflikte auf, ist es egal, ob diese über ein Online-Medium ausgetragen werden oder von Angesicht zu Angesicht. Im RL sind zwar noch weitere Kanäle sichtbar und hörbar, über die kommuniziert wird, nämlich Gestik, Mimik, Tonfall, Sprechweise, Körperhaltung. Hinzu kommen Sympathie und Antipathie. All das ist im schriftlichen Medium nicht gegeben, diese Ebenen fehlen schlicht. Daher ist es im RL leichter möglich, z. B. zwischen der Sachebene und der emotionalen Ebene zu unterscheiden, oder aus einer sachlich vorgegebenen Botschaft einen Appell heraus zu hören. Das geschriebene Wort im Internet steht so da, wie es da steht. Doch eines gilt für die Kommunikation generell, ganz egal, wo diese statt findet: Die Empfänger entscheiden, wie sie eine Botschaft verstanden haben wollen. Ist eine Botschaft bei ihnen angekommen, obliegt es ganz allein ihrer Verantwortung, was sie damit anfangen. Umgekehrt sind die Sender selbstverständlich für ihre Botschaft verantwortlich. Es obliegt ihrer Verantwortung, ihre Botschaft so verständlich wie möglich zu formulieren und es sich bewusst zu machen, was genau sie mit der Botschaft transportieren wollen. Die näheren Fakten dazu habe ich in meinem Artikel über die Verantwortung der Empfängerschaft dargelegt.

Sind aber sowohl Sender als auch Empfänger weitgehend unreflektiert, kann es bei der Senderschaft zu verschlüsselten Subtexten auf einer emotionalen Ebene kommen, die den wirklichen Inhalt ihrer Botschaft dar stellen, während die Empfängerschaft selbst in die sachlichste und ehrlichst gemeinte Botschaft etwas hinein projiziert, was sie hören will. So kommt es vor, dass Personen die Verantwortung für ihre eigenen Kommentare und Äußerungen bzw. für ihre Reaktionen auf ernst gemeinte Botschaften nicht übernehmen wollen und statt dessen dem Internet die Schuld für die missglückte Kommunikation geben.

Doch ist eine Person geübt im Durchschauen der kommunikativen Mechanismen, ist sie also weitgehend selbstreflektiert, kann sie sowohl im RL als auch in der schriftlichen Kommunikation des Internets diese erkennen. Manche Dinge sind sogar für fast alle sofort erkennbar. Es ist nämlich gar nicht schwer, selbst in einem Medium, in dem sich nur über die Schrift ausgetauscht wird, solche Mechanismen zu erkennen, wenn genau hingesehen wird. Im Gegenteil, dadurch, dass es ja schwarz auf weiß da steht, kann es immer wieder nachgelesen werden. Daher entsteht bei manchen,  die sich in ihrer Botschaft vertan haben, auch das Bedürfnis nach Löschung. Ein unbedacht gesagtes Wort kann zwar auch nicht mehr rückgängig gemacht werden, aber darauf kann nur noch über das Gedächtnis zugegriffen werden, welches uns manchmal Streiche spielt.

Unreflektierte Menschen neigen dazu, zu lesen, was gar nicht dort steht, zu hören, was gar nicht gesagt wurde, und interpretieren ihre eigenen Ansichten, Überzeugungen und Annahmen in die so missverstandene Botschaft. Projektion ist im Patriarchat weit verbreitet und ein ausgesprochen problematisches Verhalten, was dringend hinterfragt und abgewöhnt gehört. Das geht aber nur dann, wenn die Person bereit ist, ihre eigenen angelernten Überzeugungen anzugucken, zu erkennen und abzulegen. Das ist viel Arbeit und ein langer Prozess, aber wenn es im zwischenmenschlichen Miteinander konfliktärmer ablaufen soll, kommen wir alle nicht darum herum.

Gruppendynamiken

Seit Jahrzehnten mache ich mir Gedanken über die zwischenmenschlichen Abläufe in Gruppen. Alle Menschen sind Teil von Gruppen. Am Anfang des Lebens im Patriarchat werden die Menschen in die Gruppe der Kleinfamilie, die meistens aus Mutter und Vater und vielleicht Geschwistern besteht, hinein geboren. Hinzu kommen Großeltern, Onkel, Tanten aus den Ursprungsfamilien der Mutter und des (biologischen oder sozialen) Vaters. Später im Leben erweitern sich diese Gruppen zu Kita-Gruppen, Schulklassen, Freundeskreisen, Nachbarschaften etc. Wir Menschen im Patriarchat leben in solchen von äußeren Umständen gebildeten Gruppen. Diese Gruppen sind nicht natürlich, ganz im Gegensatz zu den soziologisch ursprünglich matrifokalen Gruppen, den Sippen, in denen Menschen bis zu Beginn des Patriarchats aufwuchsen und auch für die gesamte Lebensdauer blieben.

Die heutigen patriarchalen Gruppen bergen eine ganze Menge Konfliktpotenzial. Sie sind gekennzeichnet dadurch, dass sie zunächst aus fremden Menschen bestehen, die sich zwangsläufig, aufgrund von Interessen, von gemeinsamen Zielen, von äußeren Umständen zusammen finden. Es gibt kaum bis gar keine Gruppen, in denen keine Konflikte auftreten. Es hängt vom Grad der Fähigkeit der Selbstreflexion der einzelnen Gruppenmitglieder ab, ob diese Konflikte bewältigt werden können oder nicht. In den allermeisten Fällen werden sie nicht bewältigt, sondern im besten Fall verdrängt und im schlimmsten Fall brechen sie aus, was oft zur Sprengung der Gruppe führt.

Alle Gruppen im Patriarchat entstehen mehr oder weniger aus einem Zwang heraus. Der Zwang ist aber in jedem Fall gegeben. Selbst wenn sich Gruppen allem Anschein nach freiwillig aus gemeinsamen Interessen der Teilnehmenden formieren, werden die Konflikte der einzelnen Gruppenmitglieder in diese hinein getragen, ohne dass es den einzelnen bewusst ist. Auch gemeinsame Interessen sind ein zwangsläufiger Auslöser für die Formierung einer Gruppe, weil die Interessen der einzelnen z. B. in anderen Gruppen bisher kein Gehör fanden. Gemeinsame Interessen führen dennoch fremde Menschen zusammen, die ihrerseits mit eigenen Konflikten und Defiziten beladen sind. Ist das gemeinsame Thema aber auch noch so sehr von Sachlichkeit geprägt, kann eine solche Gruppe aufgrund von unverarbeiteten Konflikten einzelner Mitglieder, die gar nichts mit der Gruppe als solche zu tun haben, in eine ungesunde Dynamik abgleiten.

Heutzutage ist es relativ einfach, sich mit Hilfe der sozialen Medien mit Gleichgesinnten in virtuellen Gruppen zusammen zu finden. Diese Gruppen stehen unter einer gemeinsamen Intention, die oft von GruppengründerInnen vorgegeben wurden und mit denen sich alle anderen zunächst identifizieren und konform gehen. Rutscht die sachliche Ebene in Diskussionen aber auf die persönliche und emotionale Ebene ab, gerät das Gleichgewicht ins Wanken und nicht selten hat dies den Austritt von Gruppenmitgliedern zur Folge oder die Gruppe löst sich ganz auf. Die Unverbindlichkeit des Internets ist ein wichtiger Faktor. Das Ausblenden der von allen Teilnehmenden eingebrachten Konflikte aber der weitaus größere, warum die Kommunikation in manchen Gruppen immer wieder schief läuft.

Ein weiterer Faktor ist die Größe der Gruppe. Sind es nur ein paar Teilnehmende und kennen sich einige von ihnen, kann es zu Cliquenbildung kommen, von denen die anderen aber nichts wissen. Bei einer sehr großen Gruppe fällt dies nicht so sehr ins Gewicht, als dass die Gruppe sich auflösen wird. In einer kleinen Gruppe aber kann es zu Mobbing und Ausschluss führen. Es sei denn, alle sind sich der Gruppendynamiken bewusst. Was in den seltensten Fällen gegeben ist.

Was ist nun diese Dynamik, die vielen Gruppen immer wieder zum Verhängnis wird und zur Entzweiung führen kann? Schwieriges Terrain. Auch wenn ich inzwischen weiß, dass alles aus dem ungesunden Leben im Patriarchat resultiert, lässt sich diese Frage nicht so einfach beantworten.

Der Schlüssel sind die Teilnehmenden mit ihren ganz eigenen und persönlichen Erwartungen an die Gruppe, die auf ihren persönlichen Erfahrungen, Annahmen, angelernten Überzeugungen, Bedürfnissen und auch Defiziten basieren. Das schließt die GründerInnen mit ein. Die meisten Menschen sind sich ihren eigenen Erwartungen nicht bewusst. Selbst bei Nachfrage können sie ihre Erwartungen gar nicht benennen, ja, meinen sogar, dass sie überhaupt keine Rolle spielten. Doch das Gegenteil ist der Fall. Werden persönliche Erwartungen von einzelnen Gruppenmitgliedern nicht erfüllt, kommt es unweigerlich zum Konflikt. Dann fühlt sich eine von Äußerungen einer anderen aufgrund von früheren Auseinandersetzungen verletzt, obwohl diese gar nicht angesprochen wurden. Andere sind genervt von den auftretenden Betroffenheiten und ergreifen Partei. Andere wiederum halten sich aus dem Konflikt heraus, weil sie damit nichts zu tun haben wollen. Schnell kann es passieren, dass Einzelne plötzlich isoliert da stehen, weil sie einfach nur das Falsche zum falschen Zeitpunkt sagen. Selbst eine Vermittlung im Hintergrund kann zum Scheitern verurteilt sein, wenn das unterschwellige Gegeneinander nicht behoben wird. Viele sehen nicht, dass sie selbst mit einem erheblichen Anteil an der Entstehung von Konflikten beteiligt sind. Reagieren sie dann noch mit Heraushalten und Ignoranz, stehen die direkt Betroffenen allein da.

Verantwortung übernehmen für die eigenen persönlichen Befindlichkeiten, Erwartungen, Projektionen ist eine sehr schwierige Übung. Wenn es Gruppen gelingt, dies den einzelnen Teilnehmenden klar zu machen und diese das respektieren und anfangen, an sich selbst zu arbeiten, kann eine bereichernde und fruchtbare Gruppenarbeit entstehen. Bisher habe ich das selten erlebt.

Patriarchale Glaubenssätze und was sie für eine Rolle in der Psychologie spielen

Ein unreflektierter Mensch kennt seine Glaubenssätze und Überzeugungen nicht, die er in der Kindheit gelernt und verinnerlicht hat, die ihn als Erwachsenen aber prägen und ihm zum Teil heftige Probleme bereiten. Sie sind so stark und mächtig, dass es harter und langer Arbeit bedarf, um sie abzulegen. Im Patriarchat aber haben alle Menschen negative Prägungen in ihrer Kindheit erfahren. Diesen Fakt lassen heutige PsychologInnen und PsychotherapeutInnen völlig außer acht. Ich lese gerade ein Buch einer Psychologin, die schreibt, dass mit Selbsterkenntnis und Selbstreflexion fast alle Probleme lösbar seien, und zwar die, für die wir Verantwortung übernehmen können. Das sind die angelernten Glaubenssätze und Überzeugungen, und es ist sehr richtig, dass sie durch Selbstreflexion weitestgehend aufspürbar und ablegbar sind, das schrieb ich auch bereits mehrmals. Dies gelte natürlich nicht für äußere Ereignisse wie Naturkatastrophen, Kriege, Gewaltverbrechen etc. Doch die Ursache für alle unsere Probleme, das Patriarchat, ist ja bereits verantwortlich für Kriege und Gewaltverbrechen, die die Menschen unzählige Male traumatisierten. Seit 8000 Jahren vererbt eine Generation der nächsten ihre unverarbeiteten traumatischen Erlebnisse, aber auch die verinnerlichten Glaubenssätze. Erst seit kurzer Zeit in der Menschheitsgeschichte gibt es die Psychologie, welche auch erst durch das Patriarchat notwendig wurde, denn die Menschen sind ausnahmslos mehr oder weniger an ihrer Psyche erkrankt.

Erst das Patriarchat hat all die Defizite hervorgebracht, unter denen Menschen vor 8000 Jahren begannen zu leiden, voran die Frauen und Mütter. Genau dieser Aspekt wird von der Psychologie weitestgehend ausgeklammert. Immer ist nur von Eltern die Rede. Die Psyche der Frauen und Mütter wird mit der der Männer und Väter gleichgesetzt. Ein fataler Fehler, ist doch das patriarchale Vaterkonstrukt verantwortlich für die psychischen Defizite der Mütter, welche die der Männer nach sich ziehen.

Um aus den Defiziten heraus zu kommen, ist die Anwendung verschiedener Methoden der Selbstreflexion sehr hilfreich. Verbreitet und effektiv ist die Arbeit mit dem inneren Kind. Das innere Kind steht für die Persönlichkeitsanteile, die Glaubenssätze und Überzeugungen verinnerlicht haben, im Positiven wie im Negativen. Oft überwiegen die negativen, worauf die menschlichen Defizite basieren. Fakt ist, dass alle im Patriarchat entwickelten Glaubenssätze und Überzeugungen nichts mit der Realität zu tun haben. Sie führen im Gegenteil dazu, dass sich Wahrnehmungen extrem verzerren können. Unreflektierte Menschen der heutigen Zeit nehmen nicht wahr, sondern falsch. Ihre Überzeugungen verkehren sogar oft die Realität in ihr Gegenteil. So entstehen im Zwischenmenschlichen die tragischsten und heftigsten Konflikte, und zwar auf allen Ebenen der Gesellschaft. Je länger das Patriarchat andauert, desto ausgeprägter verschlimmern sich die falschen Wahrnehmungen. Die Menschen leiden immer mehr, wissen aber immer weniger, woran.

Die Psychologie muss endlich die fatalen Auswirkungen der menschlichen Fehlentwicklung Patriarchat insbesondere auf die weibliche Psyche realisieren und zur Kenntnis nehmen. Tut sie es nicht, wird sie weiterhin nur an den Symptomen herum doktern, die sich langfristig verschärfen. Sie ist ferner abhängig von den Menschen, die bereits über den nötigen Leidensdruck verfügen, um offen zu sein für die Arbeit an sich selbst und sich deshalb Hilfe dafür suchen. Dies dürften in der Mehrzahl Frauen und Mütter sein, denn es ist gut zu beobachten, dass die Initiative meistens von den Frauen ausgeht, die sich in unbefriedigenden bis gefährlichen Partnerschaften befinden, denn sie sind die Leidgeplagten. Männer, Ehemänner und Väter denken oft, sie hätten keine Probleme und es deshalb gar nicht nötig, an sich zu arbeiten. Sie denken, es sei mit ihnen alles in Ordnung, das Problem sei die Partnerin, während die Frauen unter ihrem defizitären und unreifen Verhalten leiden und längst spüren, dass in Wahrheit gar nichts in Ordnung ist. Die Frauen suchen sich Hilfe in ihrer Verzweiflung, ihre Partnerschaft oder Ehe zu retten. Sie sind es auch, die anfangen, sich selbst zu reflektieren. Es gibt nur einige wenige Männer, die diesen Schritt auch tun und die Kurve kriegen, die meisten aber ziehen es vor, die Veränderungen der Partnerin abzuwehren und sich in ihren beleidigten Schmollwinkel zurück zu ziehen. Leider unterstellen sie der Frau alles mögliche und machen sie für ihre eigenen Defizite verantwortlich, anstatt zu realisieren, dass es ihre Defizite sind, die die Probleme verursachen.

Projektion ist in dieser Zeit ein Massenphänomen. Sie ist ein ausgesprochen ungesundes Verhalten und bedingt die immer deutlicher werdende Täter-Opfer-Umkehr in allen Lebensbereichen. Auch diesem Umstand muss die Psychologie endlich Rechnung tragen. Es sind genau die Menschen, vornehmlich Männer, die glauben, sie müssten sich nicht reflektieren und an sich selbst arbeiten, die es am dringendsten nötig haben.

Selbstreflexion – wie geht das eigentlich?

Oder: Eine Handlungsanleitung für ein verantwortliches Leben

Ich schrieb in letzter Zeit viel über Selbstreflexion und darüber, dass ich sie für absolut notwendig halte, um Lösungen zur Abschaffung des Patriarchats zu finden. Doch viele wissen gar nicht, wie sie sich selbst reflektieren können und was genau damit eigentlich bezweckt werden soll. Daher schreibe ich hier mal einige wichtige Punkte auf.

Detektiv spielen in eigener Sache

Selbstreflexion ist nichts anderes, als sich selbst zu erforschen und zu erfahren. Sie ist eine Reise zu sich selbst und ein Prozess, der in uns selbst große Veränderungen herbei führt. Ein Mensch, der sich auf den Weg gemacht hat, sich selbst zu reflektieren, lernt nicht nur sich selbst immer besser kennen, sondern auch andere Menschen. Das Verhalten gegenüber sich selbst und den Mitmenschen wird sich verändern. Die Erkenntnisse werden sich mehren. Der Geist wird wacher, die Sicht weiter und die Zusammenhänge des Lebens klarer. Es lohnt sich immer, diesen Weg zu gehen.

Sei dir gegenüber aufmerksam

Aufmerksamkeit sich selbst gegenüber kann erlernt werden durch einfache Meditationstechniken. Verschüttete Gefühle können z. B. durch eine so genannte Körperreise ans Licht gebracht werden. Setze dich bequem hin, schließe die Augen und geh mit dem Geist durch den Körper, angefangen mit den Füßen, über die Beine, den Bauch, den Rumpf, die Brust, die Arme, den Hals, den Kopf. An jeder Station kannst du aufmerksam in dich hinein fühlen, wie es sich dort gerade anfühlt. Dabei kann es sein, dass unangenehme Gefühle hoch kommen. Wichtig ist, diese dann nicht zu bewerten und abzuwehren, sondern anzunehmen. Wenn du z. B. Angst verspürst, dann ist es vollkommen in Ordnung, diese Angst gerade zu spüren. Lass sie zu und verdränge sie nicht.

Bewerte nicht

Nimm die Dinge so wie sie sind, ohne sie mit dem Gewicht eines Wertes zu belasten. Das gilt besonders für deine Gefühle. Die Werte, die du den Dingen des Lebens zuschreibst, entspringen deinen angelernten und antrainierten Überzeugungen aus der Kindheit. Hinterfrage sie und sieh dir an, welchen Wert du einer Sache oder einem Gefühl zuteilst und frage dich, wie es dazu kam und ob es für dich gerechtfertigt ist.

Sieh dir deine Missverständnisse an

Sei dir im Klaren darüber, dass deine Missverständnisse immer bei dir selbst angesiedelt sind und mache nicht deine Mitmenschen dafür verantwortlich. Bemühe dich um Verständnis für alle Botschaften, die dich erreichen. Was du mit den Botschaften der anderen machst, liegt ganz allein in deiner Verantwortung, also auch, was du aus ihnen heraus hörst oder liest. Deine Interpretationen sind immer Missverständnisse der Botschaften, die dich erreichen. Dann entsprechen sie nicht mehr ihrem eigentlichen Inhalt.

Urteile nicht

Wenn du deine Missverständnisse nicht revidierst trotz Klarstellungen, dann haben sich bei dir Urteile gebildet. Werde dir bewusst, dass sie nur dazu dienen, die anderen ab- und damit dich selbst aufzuwerten. Wenn du ein nur geringes Selbstwertgefühl hast, dann wirst du eher dazu neigen. Wenn du dir deine Urteile genau ansiehst, dann wirst du feststellen, dass es in Wirklichkeit Urteile über dich selbst sind.

Bleibe bei dir

Sprich immer von dir selbst, niemals für andere. Du kannst nur für dich selbst sprechen und nur von dir selbst wissen. Was bei anderen los ist und was sie fühlen, denken, wissen, das kannst du nicht wissen. Also lass es bei den anderen und spekuliere nicht, was deren Beweggründe sein könnten, sondern beschäftige dich mit deinen eigenen.

Höre zu

Konzentriere dich auf dein Gegenüber, lass die Worte auf dich einwirken, lass dein Gegenüber ausreden (wenn du ständig unterbrichst, kannst du zwangsläufig auch nicht zuhören), nimm eine offene Haltung ein und wehre nicht ab. Verstehst du etwas nicht, dann frage nach und hole dir ein Feedback. Bleibe auf der Sachebene und versuche nicht, in die Botschaften der anderen etwas hinein zu interpretieren.

Sei nicht beleidigt

Fühlst du dich beleidigt, dann ist das ein Hinweis darauf, dass dich irgend etwas an einem wunden Punkt getroffen hat. Deine wunden Punkte aber kennst nur du selbst. Wenn sie dir noch nicht bewusst sind, dann mache dich auf die Suche nach ihnen. Der Volksmund nennt sie Fettnäpfchen. Verantwortlich ist nicht, wer in diese Fettnäpfchen tritt. In Wahrheit muss du selbst auf deine Fettnäpfchen acht geben. Das geht um so leichter, je besser du sie kennst. Sieh also jedes Mal genau hin, wenn du dich beleidigt fühlst.

Miss nicht mit zweierlei Maß

Kritisierst du gern andere, bist aber zutiefst beleidigt, wenn du von anderen kritisiert wirst? Dann misst du mit zweierlei Maß. Für dich ist es richtig, andere zu kritisieren. Du selbst aber kannst keine Kritik vertragen. Oder du belehrst gern andere. Wenn diese dir aber etwas mitteilen wollen, dann fühlst du dich plötzlich selbst belehrt und wehrst ab. Frage dich also ständig: Ist das, was ich mit anderen mache, auch in Ordnung, wenn diese es mit mir machen? Und machen die wirklich gerade das mit mir, was ich glaube?

Projiziere nicht

Wenn du keine Verantwortung für deine Defizite übernehmen kannst, dann projizierst du sie automatisch auf sich dafür anbietende Mitmenschen. Es sind genau die, deren Verhalten du verurteilst. Dann kannst du sicher sein, dass das Verhalten, was du an ihnen ablehnst, genau bei dir selbst anzutreffen ist. Werfe also nicht den anderen deren Verhalten vor, sondern sieh dir dein eigenes an. Was ist es, was du an den anderen so verabscheust? Kann es sein, dass du dich selbst in Wirklichkeit damit verachtest?

Manipuliere nicht

Verstecke deine wahren Botschaften nicht in irritierende Verpackungen. Richte deinen Blick auf das Was und nicht auf das Wie deiner Botschaft. Bleibe auf der Sachebene. Es ist nicht nötig, wahre Botschaften zu verpacken, um Mitmenschen zu irgend einer Reaktion zu bewegen. Sie werden für sich selbst entscheiden können, was sie mit deiner Botschaft anfangen.

Übernimm Verantwortung

Übernimm für das, was du anderen mitteilen willst, die volle Verantwortung. Werde dir darüber klar, was du mitteilen möchtest, und dann formuliere es sachlich. Du kannst auch Gefühle sachlich formulieren. Bist du z. B. sehr wütend, dann lass die Wut zunächst raus (aber möglichst nicht an anderen Mitmenschen). Wenn die Wut verraucht ist, dann kannst du eine sachliche Botschaft formulieren, dass dich etwas sehr wütend macht.

Lerne von dir und anderen

Wenn du die obigen Punkte ab heute beherzigst, dann hast du den ersten Schritt zur Selbstreflexion getan. Der Prozess kommt jetzt in Gang. Du wirst immer mehr über dich selbst lernen, aber auch immer mehr von anderen.  Du wirst weitere Menschen kennen lernen, die sich ebenfalls auf ihren Weg gemacht haben. Du kannst dich ihnen öffnen und deinerseits von ihren Erkenntnissen und Erfahrungen lernen. Ziehe, wenn du älter bist, die Möglichkeit in Betracht, von jüngeren zu lernen. Scheue dich nicht, wenn du jünger bist, älteren deine Erkenntnisse zu vermitteln. Öffne dich für Neues und Ungewöhnliches. Denke nicht, dass deine Erkenntnisse der Weisheit letzter Schluss sind.

Sei geduldig

Der Prozess, der nun in Gang gekommen ist, ist ein langwieriger, und er wird ein Leben lang anhalten. Du bist niemals fertig mit der Selbstreflexion. Manchmal denkst du, dass du Rückschritte machst. Es wird auch Rückschläge geben. Die sind aber notwendig, damit du noch einmal über diesen Punkt nachdenkst, bis du ihn abgearbeitet hast. Dann wird es weiter gehen. Gestehe dir auch zu, dass du deine Erkenntnisse manchmal nicht auf dich selbst anwenden kannst. Es wird Widerstände von den anderen geben, Vorwürfe, Urteile. Dann mache dir bewusst, dass es nur die Abwehrreaktionen der anderen sind, die sich mit der Veränderung, die du selbst durchläufst, noch nicht anfreunden können. Bleib geduldig und auf dem Weg. Eines Tages wirst du damit umgehen können.

Wenn du allerdings meinst, dies alles hier betrifft dich nicht, sondern nur die anderen, dann hat dich die Botschaft dieses Artikels nicht erreicht.

(Rebloggt) Der „Hirschmensch“ aus der Höhle Trois-Frères – was sehen wir da wirklich?

Hirschmensch entpuppt sich als Rentiergeburt.

Wahrscheinkontrolle

Pintura Trois Freres

Eine der bekanntesten Höhlenzeichnungen der Welt wird gemeinhin als „Hirschmensch“ bezeichnet. Gefunden wurde sie in der Grotte des Trois-Frères in Südfrankreich. Immer wieder wird mit dieser Zeichnung versucht zu belegen, dass männliches Schamanentum seit der Altsteinzeit die Regel sei und bereits männliche Götter angebetet wurden. Es soll sich demnach um einen Gott der Tiere, um einen „gehörnten Gott“ (frz. dieu cornu), Zauberer oder einen tanzenden, männlichen Schamanen handeln. Auch als „matrifokaler Vater“ musste er schon herhalten.

Wir wissen dagegen inzwischen, dass die altsteinzeitlichen Höhlen die Heiligtumer einer Erdmutter bzw. Metaphern auf die Gebärmutter der Urmutter waren und überwiegend von Frauen ausgemalt wurden. Der spektakuläre Fund eines Frauengrabes in der Hilazon Tachtit-Höhle in Israel belegt, dass auch die Schamanen weiblich waren. Dafür sprechen auch die vielen Frauendarstellungen als Zeichnung, Plastik oder Relief, die ohne männliche Entsprechung in den Höhlen gefunden wurden.

Es stellt sich also die Frage, ob…

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Drei notwendige Dinge zur Abschaffung des Patriarchats

Kürzlich machte ich wieder einmal Erfahrungen mit der Gnadenlosigkeit patriarchaler Frauen, die sich massiv angegriffen fühlten aufgrund eigener vorschneller Missinterpretationen. Frauen fühlten sich von mir bedroht, weil ich auf etwas hinwies, was ihnen nicht gefiel und etwas kritisierte, wo sie sich zu Unrecht kritisiert fühlten. Sehr schnell wurde ein Konflikt daraus, dessen Ende (obwohl er natürlich nicht zu ende ist, denn er wurde ja nicht gelöst) war: Ich war die Täterin, die sich auch noch als Opfer stilisierte. Eine Klarstellung war nicht möglich, ich bekam dermaßen unreflektierte und wütende Antworten voller Unterstellungen, Abwertungen, Beleidigungen und sogar Drohungen, dass ich mich gezwungen sah, mich für eine Weile zurück zu ziehen. Um mich an dieser Stelle zu schützen und keine Persönlichkeitsrechte zu verletzen, behalte ich Details für mich.

Dieses Beispiel, ich komme später noch einmal darauf zurück, hat mir einmal mehr vor Augen geführt, dass es nicht reicht, sich einfach nur mit den Fakten des Patriarchats zu beschäftigen, sondern dass es ganz wichtig ist, sich selbst als Teil von diesem zu begreifen mit allen gelernten Überzeugungen, Verhaltensmustern, Denkweisen, ja Ideologien und Verblendungen. Daher sind meiner Erkenntnis nach drei Dinge zwingend notwendig, um das Patriarchat in seiner Gänze zu begreifen und Ansätze zu finden, es abzuschaffen:

1. Wissen um die Entstehung und die Auswirkungen des Patriarchats

Zu diesem Thema haben andere und ich schon so viel geschrieben, dass ich mich hier ganz kurz fasse: Seit ungefähr 8000 Jahren existiert das Patriarchat. Es entstand aus verschiedenen Gründen, u. a. durch Missverständnisse bei der Beobachtung der natürlichen Vorgänge, durch Installieren der Vaterschaft, durch Besitz- und Privateigentum, durch Ausbeutung der natürlichen Ressourcen und der female choice der Frauen. Seit dem nimmt es seinen zerstörerischen Lauf und ist auch nicht, so wie es derzeit aussieht, aufzuhalten. Die Auswirkungen auf den Planeten und die Menschen sind nicht zu übersehen, auch auf deren Psyche nicht. Diese muss noch einmal genauer betrachtet werden:

2. Wissen um die (gestörte) Psyche der Menschen im Patriarchat

Alle Menschen sind im Patriarchat gestört, da sie ihrer natürlichen Lebensweise beraubt sind. Die Menschen tragen allesamt eine Sehnsucht in sich und wissen noch nicht einmal wonach. Sie sind Mangelwesen, deren Bedürfnisse nach Gemeinschaft, Nähe, Fürsorge, Vertrauen, Geborgenheit nicht oder nur rudimentär befriedigt sind. Diese Bedürfnisse entspringen der natürlichen Lebensweise des Menschen, der Matrifokalität, die seit der Erfindung des Vaters mehr und mehr unterdrückt wurde. Zu den natürlichen Verhaltensweisen und Gefühlen haben die Menschen keinen Zugang mehr. Ich erlebe es auch immer wieder bei der therapeutischen Arbeit in Frauengruppen, wie sehr manche Frauen von ihren Gefühlen abgeschnitten sind, sie überhaupt nicht spüren oder aber, wenn sie hochkommen, sofort bewerten und verdrängen. Diese Bewertungen der eigenen Gefühle sind aus dem Patriarchat entstanden, denn sie stehen im Widerspruch zu dem, was wir eigentlich fühlen. Von Kindesbeinen an wird gerade uns Frauen eingetrichtert, unseren Gefühlen nicht zu vertrauen, denn diese seien falsch. Unsere Wahrnehmung wurde uns abgesprochen, denn so, wie wir es wahrnahmen, war es in Wirklichkeit gar nicht, wir würden uns das alles nur einbilden, wurde uns eingetrichtert. So begannen wir, unseren Gefühlen zu misstrauen, sie zu verdrängen und nur noch das zu glauben, was man uns über uns sagte. Das ist auch der Grund, warum andere Menschen, gerade Männer gegenüber Frauen, glauben, besser über uns Bescheid zu wissen als wir selbst. Wir lernten neue Überzeugungen, Regeln, Verhaltensweisen, die im Widerspruch zu unseren wahren Gefühlen standen. Deshalb verschütteten sie, und der Zugang ist nicht oder nur noch eingeschränkt möglich. Doch um die eigenen Gefühle, Verhaltensweisen, Überzeugungen aufzuspüren, abzulegen, zu ändern und zu befreien, ist es notwendig, sich mit dem nächsten Punkt zu befassen:

3. Permanente Selbstreflexion

Die Tatsache, dass wir selbst, also auch wir Frauen, uns permanent patriarchal verhalten und deshalb genau dieses immer wieder überprüfen müssen, ist eine sehr schmerzhafte Erkenntnis, sind doch wir es, die wir am heftigsten darunter leiden und am vehementesten dagegen kämpfen. Dennoch ist sie zwingend notwendig, und sie ist ein lebenslanger Prozess. Ich behaupte sogar, sie ist als allererstes zu leisten, damit muss begonnen werden, denn Veränderung kann nur aus dem Inneren geschehen. Die Abschaffung des Patriarchats fängt in den Köpfen an. Dazu gehört das Bewusstsein, dass dieser Kopf durch die jahrtausendelange Gehirnwäsche durch und durch patriarchal denkt. Weil der Kopf patriarchal denkt, handelt der Mensch auch patriarchal. Da Männer wie Frauen im Patriarchat durch die ihnen zugeschriebenen Rollenbilder zwangssozialisiert wurden, handeln und denken sie in diesen Rollenbildern. Wie Männer zu sein haben, wie Frauen zu sein haben, wurde uns schon als Kind eingetrichtert. Das passiert heute noch und wird eher schlimmer als besser. Die Rollenklischees bringen uns patriarchalen Menschen bei, dass Männer die Norm und das Weibliche nichts wert ist.

Aus diesen Rollenverhältnissen entstehen Konflikte, nicht nur zwischen Männern und Frauen, sondern auch und gerade zwischen Frauen, die sehr heftig ausfallen können. Sie wurzeln in den Widersprüchen und Defiziten, die wir in uns tragen, aber auch in den Verletzungen, die uns immer wieder von anderen Menschen zugefügt wurden. Diese seelischen Wunden machen sehr empfindlich, daher ist es auch sehr schwierig, sie zu heilen. Um Wunden heilen zu können, müssen sie zunächst in Augenschein genommen werden, und allein das kann schon weh tun. Daher ist Selbstreflexion auch immer ein Heilungsprozess, aber ein schmerzhafter, der zumindest anfangs oft nicht ohne therapeutische Hilfe gegangen werden kann. Mit der Zeit, je mehr Wunden geheilt und problematische Verhaltensweisen und Überzeugungen abgelegt wurden, desto leichter wird es, mit den eigenen Fehlern und denen der anderen umzugehen. Schmerzen wird es immer wieder geben. Sie werden jedoch erträglicher, je reflektierter die Frau wird. Sie kann sich selbst besser annehmen und akzeptieren und wird sich selbst und andere weniger oft abwerten. Schuldgefühle hat sie besser im Griff oder schon weitestgehend abgelegt. Dadurch ist sie auch besser gegen die Reaktionen weniger oder gar nicht reflektierter patriarchaler Frauen geschützt.

Konflikte können gelöst werden, wenn die Parteien dafür offen sind. Das setzt voraus, dass sich alle darüber bewusst sind, was zu tun ist, wenn es um die Lösung eines Konflikts geht. Zur Selbstreflexion gehört auch Kritikfähigkeit. Diese wird vernebelt, sobald in einer Kritik ein vermeintlicher Angriff enthalten ist. Selbstreflektierte Menschen wissen das und können sich der Kritik, ohne sich angegriffen zu fühlen, öffnen. Wie im obigen Beispiel zu sehen war, ist das dort gründlich schief gegangen. Hier greift wieder meine Erkenntnis über das Sender-Empfänger-Modell: Die Empfängerin muss sich um Verständnis bemühen, wenn sie eine Botschaft verstehen will. Hört sie aber immer nur das heraus, was sie hören will, wird die Sachebene verlassen, die Beziehungsebene kommt ins Spiel und die Kommunikation geht schief, weil Sender und Empfänger auf verschiedenen Frequenzen kommunizieren.

Tägliche, permanente Selbstreflexion will gelernt sein. Sie setzt die Absicht voraus, an sich selbst zu arbeiten. Arbeit ist anstrengend, sie verlangt Pausen, es scheint auch mal rückwärts zu gehen, dann denkt frau, dort schon längst gewesen zu sein, doch in Wirklichkeit ist sie nur ein Stockwerk höher gegangen und guckt von oben zurück. Stück für Stück, je mehr die Frau (den Männern bleibt es auch nicht erspart, aber sie müssen es für sich selbst tun) sich selbst und ihrem Wesen näher kommt, wird sich der schmerzhafte Nebel lichten, den das Patriarchat über unseren Geist gelegt hat. Am Ende zeigt sich Klarheit, die zu einer bewussten Haltung führt. Auch das ist nicht leicht zu realisieren, denn es wird deutlich, dass es nur wenige andere gibt, die diesen Weg bereits hinter sich haben. Aber er muss gegangen werden. Von allen. Und irgendwann werden wir alle dort sein. Dies wird der Zeitpunkt sein, an dem das Patriarchat abgeschafft sein wird.

(Rebloggt) Gibt es den matrifokalen Vater?

Matrifokalität und Vater schließen sich gegenseitig aus.

Wahrscheinkontrolle

Von den seltenen Fällen einer Kindsvertauschung in der Klinik abgesehen, ist sich eine Mutter sicher, dass ihr Kind wirklich von ihr abstammt. Ein Vater kann das nicht behaupten, denn er ist an der Schwangerschaft nicht beteiligt. Wenn eine Mutter ihr Kind stillt, wird ihr Körper mit Oxytocin geflutet und es bildet sich das heraus, was wir als Mutterinstinkt bezeichnen (Blaffer Hrdy 2010). Davon zu unterscheiden ist die Mutterliebe, die sich auch herausbildet, wenn sie nicht stillt. So oder so, schon in der Schwangerschaft knüpfen Mutter und Kind ein fast schon magisches zu bezeichnendes Band, durch das sich beide wortlos verstehen und das lebenslang hält. Ein Kind kennt seine Mutter von Beginn an und durchlebt mit ihr alle Gefühle, was in der Stillzeit noch hormonell bedingt ist und später noch lange nachwirkt, weil der wachsende Verstand diese Gefühle auch einzuordnen lernt.

In unserer Welt leben die meisten Väter mit ihren leiblichen…

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