Rebloggt: Das patriarchale Stockholm-Syndrom Teil II

Matrifokale Gegenwart

Die Ehe – das verinnerlichte Stockholm-Syndrom

Wir heutigen Frauen sind die Nachfahrinnen der einst verschleppten Töchter, der entführten und versklavten Mütter der frühen patriarchalen Machtsysteme…

Die anonyme Großgesellschaft, die als Patriarchat beschrieben wird, setzte sich, seit sie gebildet wurde, aus einer Machtclique, dem breiten Teil an zuarbeitenden Strebern (die dem Vorbild der Mächtigen folgen und deren Lebensstil anstreben) und den Kollateralen, den Geopferten, denen man als Individuum oder als Gruppe gleich von vorn herein oder durch Umstände, Freiheit und Selbstbestimmtheit verwehrt und die per Schicksal aus dem relativen Wohlleben herausfallen. Dabei ist es unerheblich welches der gesellschaftlich vorgeschriebenen Idealen gerade vorherrscht, das patriarchale System besteht aus den Privilegierten (nennen wir sie Patriarchen) und den Beherrschten und Unterdrückten (nennen wir sie Kollateralen). Von Zeit zu Zeit verschieben sich auch die Machtverhältnisse von unten nach oben, aber das sind in der Regel nur Variationen innerhalb der androzentrierten

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Homöopathie entlarvt sich als patriarchale Ideologie

In der letzten Zeit ist die Homöopathie als sanfte und alternative Heilmethode stark in die Schusslinie geraten. Nicht nur auf Twitter, auf der inzwischen eine wahre Globukalypse ausgebrochen ist, sondern in vielen anderen Medien wird die Wirksamkeit von Homöopathie mehr und mehr in Frage gestellt. Auslöser war nicht nur das Verbot der Erstattung der Kosten für homöopathische Mittel seitens der Krankenkassen in Frankreich, sondern hierzulande ein Beitrag der Sendung Neo Magazin Royale mit Jan Böhmermann, in der er u. a. die Ärztin Dr. Natalie Grams erwähnt, selbst einmal glühende Anhängerin der Homöopathie, doch heute aufklärende Wissenschaftlerin und Medizinerin über die Fakten der Homöopathie. Darüber hinaus wird auch der Homöopathika-Hersteller Hevert aufs Korn genommen, der besagter Ärztin mit einer Unterlassungsklage drohte, sollte sie noch einmal öffentlich behaupten, die Homöopathie wirke nicht über den Placeboeffekt hinaus. Dabei ist genau dies in etlichen Studien immer wieder bewiesen und erhärtet worden. Doch langsam dringen diese Fakten ins öffentliche Bewusstsein.

Über die Homöopathie als solche will ich hier keine weiteren Worte verlieren, denn wer sich über sie informieren will, möge unter obigen und in den Quellen genannten Links nachlesen. Für mich persönlich gilt allerdings schon seit Jahrzehnten, dass Homöopathie Humbug sein muss, auch wenn ich etliche Menschen kennen gelernt habe, die darauf schwören. Nicht zuletzt mag es dem Umstand geschuldet sein, durch meine chemiebasierte Ausbildung als Chemielaborantin und später als studierte Chemieingenieurin allein der Behauptung, ein bis zur Unkenntlichkeit verdünnter Stoff, der nicht mehr nachweisbar ist, schlicht die Naturgesetze entgegen setzen zu können.

Mir geht es in diesem Artikel um das Entlarven von Ideologien, Mythologien und Glaubenswelten. Wie ich schon in meinem Artikel über Bewusstsein und Wahrheit schrieb, wollen viele Menschen im Patriarchat die Wahrheit zunächst nicht wahrhaben, wenn sie sich zeigt, denn sie steht im Gegensatz zu den uns eingeimpften und aufgeschwatzten als wahr dargestellten Überzeugungen. Fatal wird es besonders dann, wenn gemachte Erfahrungen diese Überzeugungen zu untermauern scheinen. Dass allein der Placeboeffekt für die Wirkung verantwortlich ist, selbst bei Kindern und Tieren, ist längst erwiesen und Fakt. Und noch ein Aspekt ist wichtig, wenn es um den Glauben an Ideologien geht: Die kapitalistische, kaltschnäuzige, menschenunwürdige patriarchale Praxis. Dass viele Menschen an die Schulmedizin den Glauben verloren haben, liegt u. a. daran, dass es dieser vermeintlich gar nicht mehr um die Patienten geht, sondern nur noch darum, sie schnell abzufertigen und das Geld von den Krankenkassen abzukassieren. Dass es den Homöopathikaherstellern ebenfalls genau darum, und nur darum geht, fällt dabei gar nicht mehr auf.

Sehr interessant sind nun die Reaktionen von HomöopathieanhängerInnen auf die gestartete Aufklärungskampagne. Denn nur darum geht es den KritikerInnen der Homöopathie: Um Aufklärung. Auch mir geht es in meinen Texten auf diesem Blog um Aufklärung, und zwar um Aufklärung über patriarchale Glaubenssätze, um Aufklärung um Falschbehauptungen, Ideologien, Mythen, angelernten Überzeugungen. Immer wieder erlebe ich, wenn ich versuche, Fakten zu teilen, ein wild aggressives Abwehren und Versuche, mich vom Gegenteil zu überzeugen. Das zieht sich durch alle Themenbereiche, sei es nun Prostitution, Transaktivismus, Biologie, Islamismus (bei dem den KritikerInnen ständig Rassismus vorgeworfen wird) oder schlicht die nicht in der Herrschenden Lehre gelehrten Fakten der Entstehung und den Auswirkungen des Patriarchats. Oder auch dann, wenn es darum geht, die patriarchale kapitalistische Leistungsgesellschaft in Frage zu stellen, wenn der Neoliberalismus mir erklären will, ich als Individuum sei ganz allein selbst verantwortlich für alles. Ich müsse nur etwas tun und in die „Gemeinschaft“ (=patriarchale Gesellschaft) investieren, erst dann hätte ich Anspruch auf Hilfe. Andernfalls bräuchte ich auch nichts zu erwarten und begebe mich selbst in Unmündigkeit.

Die Abwehrreaktionen der Homöopathen nun sehen ganz genau so aus. Sie fangen an, die KritikerInnen zu diffamieren, zu beleidigen, ihnen zu drohen, sie als die wahren Unwissenden hinzustellen und als dumm zu bezeichnen. Zum Schluss, wenn keine vernünftigen Argumente mehr vorgebracht werden können, kommt die Nazikeule. Diese Muster der Abwehr sind immer dieselben:

  • Eigene Erfahrungen als Gegenbeweis
  • Keine evidenzbasierten Argumente
  • Verharmlosung
  • Kein Sich-Öffnen für sachliche Argumente
  • Belehrungen von oben herab
  • Zuordnung der KritikerInnen zu problematischen Gesinnungsgruppen (RassistInnnen, Nazis etc.)
  • Diffamierungen
  • Beleidigungen
  • Drohungen

 

Wie auch hier wieder einmal mehr als deutlich wird: Im Patriarchat sind alle Dinge auf den Kopf gestellt. So auch hier: Eine über 200 Jahre alte Mythologie mit vielen AnhängerInnen, erfunden von einem einzigen Mann, hat es geschafft, ohne einen einzigen vernünftigen evidenten Beweis, der allgemeingültig für die Richtigkeit sprechen könnte, im Patriarchat zu überdauern. Ihre Zeit ist nun abgelaufen, und die IdeologInnen heulen laut auf. Es wird in Zukunft noch etliche solcher Entlarvungen geben. Öffnen wir uns diesen. Andernfalls wird uns die ohnehin schnellere Entwicklung der Erdrealitäten vor vollendete Tatsachen stellen.

Quellen
Twitterglobukalypse
Ärzteblatt
NEO MAGAZIN ROYALE
Netzwerk Homöopathie

 

(Rebloggt) Patriarchat und Gewalt in Çatal Höyük? – Bioarchäologie versucht, ein altes Problem endgültig aus der Welt zu schaffen – wieder ohne Erfolg!

Sehr langer und hervorragend recherchierter Artikel zu den neuesten Studien über Catal Höyük, in denen wieder einmal nachgewiesen sein soll, dass diese neusteinzeitliche Siedlung bereits patrilokal lebte, was dieser Artikel eindeutig widerlegt.

Wahrscheinkontrolle

Catal Hüyük 7
Ausgrabung von Çatal Höyük
Bildquelle: Wikimedia Commons

Nachdem über Jahrzehnte keinerlei Spuren von Gewalt in Çatal Höyük gefunden wurden bzw. nichts darüber berichtet wurde und Matrifokalität ohne jeden Gegenbeweis mit einer erdrückenden Fülle von Indizien evident geworden war, ging am 17. Juni 2019 ein Forscherteam unter der Leitung von Clark S. Larsen (Ohio State University) mit einer Studie an die breite Öffentlichkeit, mit der der jungsteinzeitliche Siedlungshügel nun als elender Ort geprägt von patriarchaler Überbevölkerung, Krankheit und Gewalt hingestellt wird.

Das online-Magazin Wissenschaft.de schrieb unter dem Titel „Städtische Probleme – schon vor 9000 Jahren“:

„Auch was das gesundheitliche Niveau in der Proto-Stadt betrifft, fanden die Forscher Hinweise auf einen Niedergang: Offenbar litten die Bewohner unter einer hohen Infektionsrate – konkret weisen bis zu einem Drittel der Überreste die Spuren von Infektionen an den Knochen auf. Vermutlich war dies auf die hohe Bevölkerungsdichte und die mangelnde Hygiene in der engen Siedlung…

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Patriarchale Glaubenssätze und was sie für eine Rolle in der Psychologie spielen

Ein unreflektierter Mensch kennt seine Glaubenssätze und Überzeugungen nicht, die er in der Kindheit gelernt und verinnerlicht hat, die ihn als Erwachsenen aber prägen und ihm zum Teil heftige Probleme bereiten. Sie sind so stark und mächtig, dass es harter und langer Arbeit bedarf, um sie abzulegen. Im Patriarchat aber haben alle Menschen negative Prägungen in ihrer Kindheit erfahren. Diesen Fakt lassen heutige PsychologInnen und PsychotherapeutInnen völlig außer acht. Ich lese gerade ein Buch einer Psychologin, die schreibt, dass mit Selbsterkenntnis und Selbstreflexion fast alle Probleme lösbar seien, und zwar die, für die wir Verantwortung übernehmen können. Das sind die angelernten Glaubenssätze und Überzeugungen, und es ist sehr richtig, dass sie durch Selbstreflexion weitestgehend aufspürbar und ablegbar sind, das schrieb ich auch bereits mehrmals. Dies gelte natürlich nicht für äußere Ereignisse wie Naturkatastrophen, Kriege, Gewaltverbrechen etc. Doch die Ursache für alle unsere Probleme, das Patriarchat, ist ja bereits verantwortlich für Kriege und Gewaltverbrechen, die die Menschen unzählige Male traumatisierten. Seit 8000 Jahren vererbt eine Generation der nächsten ihre unverarbeiteten traumatischen Erlebnisse, aber auch die verinnerlichten Glaubenssätze. Erst seit kurzer Zeit in der Menschheitsgeschichte gibt es die Psychologie, welche auch erst durch das Patriarchat notwendig wurde, denn die Menschen sind ausnahmslos mehr oder weniger an ihrer Psyche erkrankt.

Erst das Patriarchat hat all die Defizite hervorgebracht, unter denen Menschen vor 8000 Jahren begannen zu leiden, voran die Frauen und Mütter. Genau dieser Aspekt wird von der Psychologie weitestgehend ausgeklammert. Immer ist nur von Eltern die Rede. Die Psyche der Frauen und Mütter wird mit der der Männer und Väter gleichgesetzt. Ein fataler Fehler, ist doch das patriarchale Vaterkonstrukt verantwortlich für die psychischen Defizite der Mütter, welche die der Männer nach sich ziehen.

Um aus den Defiziten heraus zu kommen, ist die Anwendung verschiedener Methoden der Selbstreflexion sehr hilfreich. Verbreitet und effektiv ist die Arbeit mit dem inneren Kind. Das innere Kind steht für die Persönlichkeitsanteile, die Glaubenssätze und Überzeugungen verinnerlicht haben, im Positiven wie im Negativen. Oft überwiegen die negativen, worauf die menschlichen Defizite basieren. Fakt ist, dass alle im Patriarchat entwickelten Glaubenssätze und Überzeugungen nichts mit der Realität zu tun haben. Sie führen im Gegenteil dazu, dass sich Wahrnehmungen extrem verzerren können. Unreflektierte Menschen der heutigen Zeit nehmen nicht wahr, sondern falsch. Ihre Überzeugungen verkehren sogar oft die Realität in ihr Gegenteil. So entstehen im Zwischenmenschlichen die tragischsten und heftigsten Konflikte, und zwar auf allen Ebenen der Gesellschaft. Je länger das Patriarchat andauert, desto ausgeprägter verschlimmern sich die falschen Wahrnehmungen. Die Menschen leiden immer mehr, wissen aber immer weniger, woran.

Die Psychologie muss endlich die fatalen Auswirkungen der menschlichen Fehlentwicklung Patriarchat insbesondere auf die weibliche Psyche realisieren und zur Kenntnis nehmen. Tut sie es nicht, wird sie weiterhin nur an den Symptomen herum doktern, die sich langfristig verschärfen. Sie ist ferner abhängig von den Menschen, die bereits über den nötigen Leidensdruck verfügen, um offen zu sein für die Arbeit an sich selbst und sich deshalb Hilfe dafür suchen. Dies dürften in der Mehrzahl Frauen und Mütter sein, denn es ist gut zu beobachten, dass die Initiative meistens von den Frauen ausgeht, die sich in unbefriedigenden bis gefährlichen Partnerschaften befinden, denn sie sind die Leidgeplagten. Männer, Ehemänner und Väter denken oft, sie hätten keine Probleme und es deshalb gar nicht nötig, an sich zu arbeiten. Sie denken, es sei mit ihnen alles in Ordnung, das Problem sei die Partnerin, während die Frauen unter ihrem defizitären und unreifen Verhalten leiden und längst spüren, dass in Wahrheit gar nichts in Ordnung ist. Die Frauen suchen sich Hilfe in ihrer Verzweiflung, ihre Partnerschaft oder Ehe zu retten. Sie sind es auch, die anfangen, sich selbst zu reflektieren. Es gibt nur einige wenige Männer, die diesen Schritt auch tun und die Kurve kriegen, die meisten aber ziehen es vor, die Veränderungen der Partnerin abzuwehren und sich in ihren beleidigten Schmollwinkel zurück zu ziehen. Leider unterstellen sie der Frau alles mögliche und machen sie für ihre eigenen Defizite verantwortlich, anstatt zu realisieren, dass es ihre Defizite sind, die die Probleme verursachen.

Projektion ist in dieser Zeit ein Massenphänomen. Sie ist ein ausgesprochen ungesundes Verhalten und bedingt die immer deutlicher werdende Täter-Opfer-Umkehr in allen Lebensbereichen. Auch diesem Umstand muss die Psychologie endlich Rechnung tragen. Es sind genau die Menschen, vornehmlich Männer, die glauben, sie müssten sich nicht reflektieren und an sich selbst arbeiten, die es am dringendsten nötig haben.

Verantwortlichkeit im Patriarchat

Psychotherapeuten sehen es als ihre Passion an, an der Seele erkrankte Menschen dahin zu bringen, dass sie in dieser Gesellschaft wieder funktionieren, und nicht, dass es ihnen besser geht. Das heißt, vordergründig schon, denn anders ausgedrückt: Dass es ihnen gut geht damit, mit den Missständen, mit denen sie täglich konfrontiert sind, klar zu kommen, sich zu arrangieren, es zu ertragen, dass ihnen ab und zu Unrecht geschieht. Die Psychotherapeuten helfen ihnen dabei, sich ein dickes Fell wachsen zu lassen, die Dinge nicht (zu sehr) an sich heran kommen zu lassen. Gelassen mit den Umständen umzugehen, versöhnlich mit den Ungerechtigkeiten der Vergangenheit abzuschließen, nach vorne zu gucken, in die Zukunft zu sehen, das Hier und Jetzt einfach akzeptieren, wie es ist. Sie transportieren Botschaften wie: „Wie du mit den Äußerlichkeiten umgehst, entscheidest du ganz allein. Es ist nicht die Frage, was dir geschieht, sondern wie du damit umgehst. Du kannst auf tausende verschiedene Arten damit umgehen, probiere es doch mal aus, anders zu reagieren als sonst. Mit Humor z. B. als mit Ärger. Du wirst sehen, die Umwelt wird deine Reaktionen spiegeln.“

Das alles ist zunächst richtig. Es hilft tatsächlich, gelassener mit den Umständen umzugehen, wenn sie einfach akzeptiert werden. Wenn sie als unveränderbare Größen angenommen und hingenommen werden, brauche ich keine Kraft mehr dafür aufzuwenden, sie ändern zu wollen. Der Kampf gegen Windmühlen ist ohnehin verloren.  Ich kann mich also ganz auf mich und meine eigenen Änderungen konzentrieren, meinen Weg finden, ihn konsequent gehen. Nicht nach links oder rechts sehen, den Blick klar nach vorn richten, zuversichtlich und mit geradem Rücken mich dem stellen, was auf mich zu kommt, ganz egal, was es ist, denn wir wissen schließlich alle nicht, was uns blüht.

Doch so einfach funktioniert es bei Frauen wie mir, die das Patriarchat begriffen haben, nicht mehr, wie ich am Ende des letzten Jahres sehr schmerzhaft feststellen musste. Ich habe mich in diesem Jahr fortgebildet, eine Prüfung mit Erfolg absolviert, beinhart verhandelt mit drei verschiedenen Arbeitgebern um vernünftige Bedingungen und einigermaßen angemessenes Gehalt, mich dafür jeden Morgen um vier aus dem Bett erhoben, aufgrund von Probezeiten auf Urlaub verzichtet (und trotzdem welchen durchgesetzt am Ende), mich mit dümmsten Kollegen und schwierigsten Kunden abgegeben, mich mit unwürdigen Arbeitsplatzbedingungen arrangiert, (fast) immer mit einem Lächeln auf den Lippen und der Zuversicht, dass sich alles zum Besten wendet. Darüber hinaus habe ich mich für Verbesserungen engagiert, ohne zu ahnen, dass das gar nicht erwünscht war. Mit dem Ergebnis, dass ich alles wieder verlor, mir wurde noch in der Probezeit gekündigt. Weil ich nicht in das dortige Team passte, nein, ich gehe noch weiter, weil ich nicht mehr in die Arbeitswelt passe. Weil ich das System, das Patriarchat, das dahinter steckt, durchschaut habe. Für mich als 55jähre Frau und immer noch alleinerziehende Mutter eine Katastrophe. Dies ist die Konsequenz für mein aufrichtiges, ehrliches und unbeugsames Handeln und Denken und für mein in den letzten Jahren angeeignetes Wissen und meine Erkenntnisse, die mich nun die Existenz kosten kann. Ich spüre meine Ohnmacht und Verzweiflung, nicht aus diesem Käfig ausbrechen zu können.

Andere Frauen, die noch im Arbeitsverhältnis stehen, sagen mir tatsächlich ins Gesicht (ohne es böse zu meinen), dass es Schlimmeres gibt als den Arbeitsplatz zu verlieren. In diesem Land verhungert man nicht. Es gibt Länder, da verhungert man ohne Arbeit tatsächlich, aber hier doch nicht, es ist ja alles abgesichert, ich kann froh sein, in so einem reichen Land wie Deutschland zu leben. Schlimmstenfalls müsste ich eben von Hartz IV leben. Als ich diese Aussicht fröhlich lachend mit triefendem Galgenhumor in die KollegInnenrunde (Kollegen, nur eine Kollegin) posaunte, war aber niemand darunter, der mir dazu gratulierte. Nein, betretenes Schweigen. Kein Wunder, niemand will in Hartz IV landen, und die, die es trifft, werden behandelt, als sei dies ihr persönliches Versagen und ihre eigene Schuld. Denn jeder ist schließlich für sich selbst verantwortlich, doch nicht die Umstände oder irgend ein Arbeitgeber. Passt man nicht ins Team, hat man eben selbst alles dafür getan, dass es so gekommen ist.

„Wir suchen uns das alles selbst aus!“, ruft mir das Patriarchat entgegen. Nein, es ist nicht „das Patriarchat“, das mir so etwas sagt. Es sind Mitmenschen, die diese Überzeugungen woanders gelernt haben, und ich weiß auch sehr genau wo. Ich war selbst mal dieser Überzeugung, als ich sie in einer Psychotherapie lernte. Sie stimmt auch, solange diese „Entscheidungen“ völlig unreflektiert und unbewusst innerhalb der angelernten rigiden Verhaltensmuster geschehen, in die jedes Individuum im Patriarchat mehr oder weniger verstrickt ist. Mit schlafwandlerischer Sicherheit z. B. sucht sich ein Mensch genau den Partner aus, der dem problematischsten Familienmitglied am ähnlichsten ist. Die Tochter sucht den gefühlskalten Vater. Der jüngere Bruder die ältere dominante Schwester, unter der er litt. Der Sohn die übergriffige Mutter usw., und das nur, weil dies in der Kindheit gelernt wurde, man kennt nichts anderes und das bedeutet (trügerische) Sicherheit. Doch durch das Verinnerlichen dieser Aussage und der Arbeit damit war ich gezwungen, meine eigenen Ansichten in Frage zu stellen und zu überprüfen, letztlich zu revidieren, was sehr heilsam war. So lernte ich Selbstreflexion, Verantwortung für mich zu übernehmen, was ich (und so viele Menschen im Patriarchat) vorher gar nicht konnte.

Dieses Übernehmen der eigenen Verantwortlichkeit hat aber genau da Grenzen, wo Verantwortung aufoktroyiert wird, wo keine ist. Man nennt das Victimblaming. Ein Mensch ist verantwortlich für das Unrecht, das er einer anderen Person angetan hat, und dreht einfach den Spieß um, um die Tat dem Opfer anzuhängen. Die Umwelt fällt auch noch darauf herein, und das Opfer ist doppelt geschädigt. Jeder Mensch, Mann wie Frau, ist im Patriarchat an Patriarchose (Stockholmsyndrom) erkrankt, und ein Symptom dieser ist das Verantwortlichmachen des Individuums für alles, was ihm geschieht. So muss an den Missständen nichts geändert werden, und die Menschen, die das nicht durchschaut haben, spielen da munter mit. Ich erwähnte diese notorische Täter-Opfer-Umkehr bereits in meinem Artikel über Bewusstsein und Wahrheit. „Sieh zu, wie du klar kommst!“ ist mir in meinem Leben öfter als genug kaltschnäuzig vor die Füße geschleudert worden, selbst dort, wo ich Schutz suchte. Patriarchale Verhaltensweisen sind das Gegenteil von artgerechtem Verhalten, wie es noch in der Matrifokalität unserer Ahninnen gelebt werden konnte. Aber wir haben es verlernt, wir patriarchalen Menschen können es gar nicht mehr, weil niemand im Patriarchat Matrifokalität erlebt hat.

Es sei denn, wir lernen aus der Menschheitsgeschichte, und zwar die Fakten und nicht das, was durch die herrschende Lehre propagiert wird, und besinnen uns auf unsere natürlichen Fähigkeiten des Zusammenlebens. Lernen können wir außerdem von den wenigen matrifokalen Gemeinschaften, die es heute noch gibt, z. B. den Mosuo in China und noch einigen anderen (Liste liefere ich nach).

Existenz, Bewusstsein und Wahrheit

Die Spezies Mensch lebt auf diesem Planeten seit etwas mehr als einer Million Jahren. Sie entwickelte sich aus Lebewesen, von denen auch die heutigen Menschenaffen, die nächsten Verwandten, abstammen. Daraus folgt, dass Menschen zur Fauna des Planeten Erde gehören. Die Spezies Mensch hat im Laufe ihrer Entwicklung ein Bewusstsein erlangt, das ihr vieles ermöglichte. Leider führte dieses Bewusstsein auch in eine Fehlentwicklung, die wir heute in der patriarchalen Gesellschaft erkennen können, welche den überwiegenden Teil des Planeten bevölkert.

Die Menschen wurden irgendwann in ihrer Entwicklungsgeschichte sich ihrer selbst bewusst. Inzwischen wissen wir, dass Menschen nicht die einzige Spezies ist, die über diese Fähigkeit verfügt. Möglicherweise ist dieses Selbst-Bewusstsein im Tierreich sogar viel weiter verbreitet als bisher angenommen.

Doch Bewusstsein ist nicht identisch mit Existenz. Für bewusste Lebewesen wie die Spezies Mensch müsste dies eigentlich offensichtlich sein. Ist es aber nicht. Descartes hat gesagt: „Ich denke, also bin ich.“ Das ist zwar richtig, mit meinen Worten formuliert lautet die Aussage: „Wenn ich denke, muss ich auch existieren, denn wie könnte ich denken, existierte ich nicht?“ Aber auch das, was nicht denkt, ist existent. Ich drehe den Satz um: „Ich bin, also denke ich!“ Denn Bewusstsein setzt Existenz voraus. Ohne Existenz gibt es auch kein Bewusstsein, nur existierende Lebewesen sind in der Lage, ein Bewusstsein zu entwickeln.

Existenz bedeutet nicht, dass sie auch wahrgenommen wird, denn das was ist, was existiert, kann nur von bewussten Existenzen wahrgenommen werden. Diese nehmen das wahr, was sie wahrzunehmen in der Lage sind. Ein Insekt kann z. B. ganz andere Farben wahrnehmen als ein Pferd. Und doch existieren sowohl die Farben, die die Biene sieht als auch die Farben, die das Pferd sieht. Ein Hund, ein Bär, ein Pferd, ein Affe, ein Mensch sehen nachts am Himmel eine weiße leuchtende Scheibe, denn der Mond existiert. Nur die Spezies Mensch weiß inzwischen, was es mit dieser leuchtenden Scheibe auf sich hat. Doch der Mond ist, was er ist, unabhängig davon, was Lebewesen von ihm wahrnehmen.

Das, was ist, ist wahr. Unabhängig von jeder Wahrnehmung, und damit von jedem Bewusstsein. Wahrheit existiert, egal, ob sie erkannt wird oder nicht. Die bewusste Spezies Mensch lernte im Laufe der Jahrhunderttausende immer mehr Teile der Wahrheit kennen, und immer mehr Erkenntnisse kamen sowohl in das individuelle als auch das kollektive Bewusstsein. Menschen sind eine wissbegierige intelligente Spezies, die sich beobachtend, neugierig und experimentierend mit sich und ihrer Umwelt auseinandersetzte. Fußend auf ihren Beobachtungen, Erfahrungen und Erkenntnissen entstanden erste Kunstwerke, Malereien, Skulpturen, Musikinstrumente. Das Leben wurde in dieser ersten Bewusstseinsphase gefeiert. Das Offensichtliche wurde angenommen und künstlerisch verarbeitet.

Doch dann kamen Missverständnisse auf, aus denen besonders der männliche Mensch fatale Schlüsse zog. Seit Entstehung des Patriarchats verwandelte sich der klare und annehmende Blick auf die Umwelt und die Wissbegierde allmählich in ein Streben, erworbenes Wissen für eigene Vorteile zu nutzen. Offensichtliche Tatsachen wurden missinterpretiert und fehl gedeutet. Frauen gaben nicht mehr das Leben, sie wurden zu Gefäßen des männlichen „Samen“. Das Patriarchat mit allen seinen Auswirkungen, Eigentum, Besitz, Verteidigung desselben, aber auch Ausbeutung der natürlichen Bodenschätze entwickelte sich. Am fatalsten wirkte sich die kollektive Geiselhaft der Frauen durch die Männer auf die weitere Entwicklung der Menschheit aus, die bis heute anhält.

Damit sich das Patriarchat erhalten konnte, brauchte es Ideologien. Es entstanden Hierarchien mit Herrschenden und Dienenden. Die dienenden Menschen (vornehmlich Frauen) wurden mit „Wissen“ gefüttert, damit sie ihre misslichen Verhältnisse ertrugen und gegen die Unterdrückung nicht aufbegehrten. Aus den politischen Ideologien wurden Theologien mit Erfindungen von Göttern, die die irdischen Verhältnisse widerspiegelten, bis am Ende nur noch ein einziger (männlicher) Gott übrig blieb, der allein aus dem Geist zeugte. Die offensichtlichen natürlichen Wahrheiten waren komplett auf den Kopf gestellt.

So wurde die im Menschen verankerte Suche nach Wahrheit und Erkenntnis immer mehr zu einer Sinnsuche degradiert. Erst im Patriarchat suchten die Menschen, ihres eigentlichen Lebenssinns beraubt, nach der allumfassenden und einzigen Wahrheit. Da sie keine fanden, sagten sie, es gäbe keine einzige Wahrheit, sondern viele, und jeder Mensch hätte seine eigene Wahrheit. Das ist aber ein Trugschluss. Viele verwechseln Wahrheit auch mit Gott oder Spiritualität. Dabei ist und bleibt sie nur eines: Das was ist.

Wahrheit im Patriarchat zu finden ist allerdings schwierig. Alles, was im Patriarchat geborene und aufgewachsene Menschen als Glaubenssätze, Überzeugungen, Gewissheiten etc. lernen und aufgeschwatzt bekommen, entpuppt sich später oft als Irrtum, Lüge, Propaganda. Dann kann es zu so genannten „Wahrheitskämpfen“ kommen, eine Wahrheit gegen die andere, und jede Partei behauptet von sich, die Wahrheit für sich gepachtet zu haben. Dabei geht es hier nicht um Wahrheit, sondern um Ideologien, Glaubenssätze, Überzeugungen. Kommt tatsächlich einmal Wahrheit zum Vorschein, wird sie genau mit dem Totschlagargument, sie sei ja nur „gepachtet“, schnell von der patriarchalen Bildfläche gefegt. Wenn Wahrheit sich im Patriarchat zeigt, dann wollen viele sie nicht wahrhaben. Im Gegenteil, sie wird von den ideologisch verblendeten Menschen bekämpft bis aufs Blut. Weil sie so weh tut und uns schmerzlich zeigt, in welch ungesunder Gesellschaft wir in Wirklichkeit leben. Dass wir alles, was wir bisher glaubten und als richtig angesehen haben, falsch ist. Dass wir dabei sind, den Planeten zu zerstören. Dass wir wider unserer natürlichen Soziologie leben. Dass wir untereinander nicht mehr ehrlich und wahrhaftig kommunizieren können, weil wir Tonnen von rigiden Verhaltensmustern mit uns herum schleppen.

Dazu gehört auch die notorische Opfer-Täter-Umkehr. Weil wir Frauen seit Jahrtausenden gelernt haben, dass nicht die Verursacher unserer Unterdrückung, nämlich die Männer, zur Verantwortung zu ziehen sind, sondern die Frauen, die sich dagegen wehren, bestrafen wir genau diese. Dabei sind sie die Opfer. Wir haben allzu oft erlebt, dass dem Opfer die Mitschuld bis Hauptschuld angehängt und es bestraft wird, sogar mit dem Tod. Und wir erleben es heute noch. Der Begriff „Opfer“ ist ein Schimpfwort geworden, und dem Opfer wird unterstellt, eine Opferrolle einzunehmen, den Status also selbst zu wählen. Status bleibt aber Status, das ist keine Rolle. Das spiegelt sich auf allen Ebenen. Wir Frauen suchen immer die Schuld bei uns, auch wenn uns noch so großes Unrecht angetan wurde. Aber auch Frauen werden Verursacherinnen von Missbrauch innerhalb ihres eigenen Geschlechts, z. B. durch Mobbing. Zu leiden haben darunter diejenigen, die zu ihrer Zielscheibe werden. Das sind oft gerade die, die unbequeme Wahrheiten mitteilen. Die verzweifelten Reaktionen des Mobbingopfers werden von den Umgebenden falsch eingeschätzt, und am Ende wird das Opfer genau dafür bestraft.

Wenn wir uns allerdings aufmerksam auf die um uns herum aufpoppenden Wahrheiten einlassen, statt uns dagegen zu wehren und den Übermittlerinnen den Kopf abzuschlagen, und nicht mehr den patriarchalen Glaubenssätzen folgen, können wir eine Chance bekommen, die zerstörerische Entwicklung noch zu stoppen. Wenn wir uns auf die Wahrheit einlassen, uns informieren und dann gemeinsam eine Lösung suchen. Nur informiert können wir Verständnis für uns selbst und unsere Mitmenschinnen aufbringen. Informieren wir uns aber nicht, sondern wehren ab, werden alle Lösungsbemühungen immer wieder nur in patriarchalen Kämpfen enden. Weil wir es nicht anders gelernt haben. Und es ist noch ein weiter Weg

Patriarchatslogik

Oder: Das Patriarchatsbullshitbingo

Vor gut einem Jahr entdeckte ich einen weiteren Lebensbereich, in dem ich falschen Fakten, Überzeugungen und Glaubenssätzen auf den Leim gegangen bin. Diesmal ist es einer, dessen Überzeugungen ich sogar selbst einmal vehement nach außen verteidigt habe und die sich nun als weitgehend falsch herausgestellt haben. Aber auch dieses Mal empfand ich es als eine Befreiung, endlich die Wahrheit erfahren zu haben, denn ich war dadurch wieder in die Lage gekommen, für mich selbst zu handeln.

Gemeint sind meine Irrtümer in Bezug auf mein (Über)gewicht. Seit Jahren schon und immer wieder war ich übergewichtig, zuletzt sogar adipös. Meine Überzeugungen, die ich im Laufe des Lebens rund um Ernährung und Gewicht gelernt und nie wirklich hinterfragt hatte, hinderten mich daran, aktiv etwas dagegen zu tun. Alle zusammen führten mich zu dem irrtümlichen Schluss: Ich kann nichts daran ändern. Ich bin machtlos.

Nun hatte die Bloggerin erzaehlmirnix die Idee, in Anlehnung an einen in englischen Foren geprägten Begriff, all die Mythen, Halbwahrheiten und handfesten Irrtümer rund ums Abnehmen, die leider auch durch falsche Auslegungen von Studien oder sogar einzelne Studien selbst immer wieder geschürt wurden, als „Fettlogik“ zu betiteln und als Buch (mit ergänzendem Blog) heraus zu geben. Das Buch ist ein voller Erfolg, denn es bekommt etliche gute Kritiken, ist schon längst ein Bestseller und vielen, die es gelesen haben, ging es so wie mir, sie handelten und die Pfunde purzelten. Inzwischen bin ich mit dem Abnehmen fertig und habe insgesamt 35 kg abgenommen. Mein Gewicht liegt im unteren Norrmalbereich, und es gibt inzwischen tatsächlich Leute, die mich als „zu dünn“ bezeichnen. Meine Abnehmerei verblogge ich vielleicht irgendwann noch einmal gesondert, denn mir geht es in diesem Artikel nicht um das Thema Abnehmen, sondern um die Idee der entlarvten „Logiken“. Nicht nur auf dem Gebiet rund um Gewicht, Körperwahrnehumg, Bewegung und Ernährung inklusive Essstörungen herrscht heillose Unklarheit und Verwirrung, sondern sie ist grundsätzlich ein Symptom für die Gesellschaftform und Lebensweise, in die wir gezwungen sind. Deshalb fasse ich hiermit die Mythen, Halbwahrheiten und handfesten Irrtümer rund ums Patriarchat als Patriarchatslogik zusammen.

Im Folgenden liste ich die vielen patriarchalen „Logiken“ auf und versuche, sie zu erklären. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich habe sie nach ersten Entwürfen auch wieder stark gekürzt, denn dieser Artikel würde sonst ausufern.

Der Mensch kannte schon immer den Zusammenhang zwischen Sexualität und Fortpflanzung.

Da schließt sich direkt die Frage an: „Woher denn?“ Menschen sind intelligente, wissbegierige Wesen, deshalb ist es nicht schwer, sich vorzustellen, dass sie Beobachtungen anstellten und aus diesen ihre Schlüsse zogen. Was für die frühen Menschen im Paläolithikum (Altsteinzeit) offensichtlich war, war dies: Neues Leben kam aus den Weibchen heraus. Sie gebaren die Kinder, und das war auch bei den von ihnen beobachteten Tieren so. Der Sexualakt stand vorerst nicht offensichtlich im Zusammenhang mit neuem Leben. Er wurde einfach praktiziert und war etwas völlig normales und gegebenes. Die Frage, wozu er nötig war, kann gar nicht aufgekommen sein, denn sie stellte sich nie. Das neue Leben kam einfach, und zwar aus den Weibchen. Das waren die Menschen, die eine Vagina hatten und nicht die mit dem Penis. Eine ganz einfache Zuordnung, die auch auf die Natur herum projiziert wurde. Aus der Erde kam neues Leben, aus den Eiern, aus dem Wasser. Es ist also gar kein Wunder, dass die frühen Menschen alles, was neues Leben gab, als weiblich ansahen. Das war selbstverständlich und es gab überhaupt keinen Anlass, dies in Frage zu stellen.

Erst als die Menschen sesshaft wurden und anfingen, Kleintiere zu halten, ging ihnen diesbezüglich ein Licht auf. Sie erkannten die Bedeutung der Sexualität und den männlichen Anteil an der Fortpflanzung. Aus der Beobachtung, dass ein einziger Stier viele Kühe befruchten kann, zogen die Menschen im Laufe der Jahrtausende den falschen Schluss, dass der Mann den Hauptanteil an der Fortpflanzung hätte. Fortan musste die Erde also befruchtet werden, sie war das Gefäß, das den männlichen „Samen“ in sich aufnahm. Der aktive weibliche Part, Leben zu geben, wurde mehr und mehr zum passiven degradiert. Aktivität wurde zusehends dem Männlichen zugeschrieben.

Der Mensch ist grundsätzlich gewaltbereit.

Wenn das wirklich so wäre, dann wäre die Spezies Mensch längst ausgestorben. Wer die Weise, sich gegenseitig zu bekriegen, wie es heutzutage zwischen verfeindeten Menschengruppen üblich ist, auf eine natürliche biologische genetische Veranlagung zurück führen will, ignoriert die archäologischen Fakten. Kriegerische Handlungen lassen sich erst ab der neolithischen Revolution nachweisen. Sie waren im Paläolithikum unbekannt und auch gar nicht notwendig, im Gegenteil, sie hätten dafür gesorgt, dass die wenigen existierenden Menschen sich selbst ein schnelles Ende gesetzt hätten. Das aber tut keine Spezies. Die Natur ist auf das Überleben der Art ausgerichtet, nicht auf die eigene Ausrottung. Ein sich gegenseitiges Töten kommt in Arten erst dann vor, wenn bestimmte Umstände dazu zwingen, bei Überbevölkerung zum Beispiel. Dies hat man auch bei Ratten nachgewiesen. Überbevölkerung ist aber ein krankhafter Zustand, auf den auch entsprechend krankhaft reagiert wird. Auch nachgewiesener Kannibalismus ist keine Erklärung für eine grundsätzliche Gewaltbereitschaft der menschlichen Spezies. Er kommt bei vielen Spezies bei akuter Nahrungsknappheit vor. Archäologische Funde, die rituellen Kannibalismus beim Menschen belegen sollen, sind mit Vorsicht zu genießen und genau zu datieren. Ritueller Kannibalismus kommt erst in patriarchalischen Gesellschaften mit herrschaftslegitimierenden Religionen vor. Kannibalismus als Beleg für die Gewaltbereitschaft der Spezies Mensch taugt also nicht.

Die Natur ist grausam, das Patriarchat schützt die Menschen vor ihr.

Die Natur ist weder gut noch böse. Vor allem ist sie absichtslos. Sie ist ein Kreislauf des Lebens, zu dem sowohl Geburt als auch Tod gehören. In diesem ganzheitlichen Kontext wurde die Natur von den in ihr lebenden Wesen erfahren, also auch von der Spezies Mensch. Es war für die Altsteinzeitmenschen etwas ganz normales, an Tod und Wiedergeburt zu glauben. Sie waren also eingebettet in den Kreislauf der Natur, und standen ihr nicht feindlich gegenüber, so wie die Menschen sich erst im Patriarchat gegen sie wandten, um sie zu beherrschen und letztendlich auszubeuten. Um dies zu legitimieren, wurde die Natur, genau wie alles weibliche, verteufelt und als grausam tituliert. Anstatt in ihr aufzugehen und mit ihr zu leben, kämpft der Mensch gegen sie in seinem Irrtum, sie besiegen zu müssen. Dabei sind die Menschen ein Teil von ihr. Der patriarchale Mensch (Mann) sieht sich aber lieber nicht als Teil von irgend etwas, sondern als Beherrscher von allem. Auch der Glaube, hinter allem müsse irgend ein göttliches Konzept oder ein göttlicher Sinn stehen, ist den Mythen des Patriarchats geschuldet.

Geschlecht ist ein soziales Konstrukt und sitzt im Kopf, nicht in den Organen.

Dieser Irrtum hat seine Wurzeln im Feminismus und ist ein Missverständnis einer Aussage von Simone de Beauvoir, die in ihrem Werk „Das andere Geschlecht“ (1949) die These vertritt, dass Menschen nicht als Frauen (oder Männer) geboren werden, sondern von der Gesellschaft dazu gemacht werden. Das Missverständnis beruht darauf, dass nicht zwischen biologischem Geschlecht und zugewiesener Rolle unterschieden wurde. Dieser Unterschied wird leider bis heute nicht erkannt, sondern ignoriert oder gar verleugnet. So ist der Queerfeminismus inzwischen zu einem ideologischen Transkult verkommen, der nicht wahrhaben will, dass die beiden Geschlechter (und alle intersexuellen Zwischenformen) existieren und biologische Realität sind. Manche behaupten, es gäbe so viele Geschlechter wie es Menschen gibt. Eine fatale Verwechslung von Geschlecht und Persönlichkeit.

Ohne Männer gäbe es auch keine Mütter.

Der Mann ist so wichtig, dass er nicht müde wird, immer wieder zu betonen, dass zur Fortpflanzung eben zwei gehören und dass es ohne ihn ja auch die Frauen nicht gäbe. Dass dies für beide Geschlechter gilt, bleibt dabei unerwähnt. Unerwähnt bleibt auch, dass es in der Natur durchaus vorkommen kann, dass eine Fortpflanzung auch ohne männlichen Part stattfindet.

Spermium = Same

Das ist eine Falschinformation. Die Bezeichnung „Same“ definiert die Anlagen eines Keimes, die komplett vorhanden sein müssen, damit daraus ein vollständiges Lebewesen entsteht. Also kann ein Spermium kein Same sein. Eher fällt der Eizelle diese Definition zu, denn in ihr sind bereits alle Dinge angelegt, die nötig sind, damit sie keimen kann. Auch die Umgebung ist schon vorhanden. Das Spermium trägt lediglich den zweiten Chromosomensatz für das neue Lebewesen bei und ist ansonsten so ausgestattet, dass es in der Lage ist, in die Nähe einer Eizelle zu gelangen. Es hat eher den Status eines Pollenkorns oder einer Spore.

Männer sind für das Befruchten zuständig, Frauen für das Nähren.

Diese Sichtweise blendet völlig aus, welch großer Anteil am Arterhalt von der Natur für die weiblichen Lebewesen vorgesehen ist. Welches Geschlecht hat bei vielen Tieren und auch bei der Spezies Mensch den größeren Aufwand bei der Fortpflanzung und der Aufzucht der Jungen? Das weibliche. Nach dem Eindringen des Speriums in die Eizelle entwickelt sich der Embryo, wird neun Monate lang im Mutterleib ernährt. Dann erfolgt die Geburt, die kein Spaziergang ist, und danach jahrelanges Stillen und Aufzucht.

Das Patriarchat war schon immer da und ist die natürliche Lebensform des Menschen.

Alle archäologischen Funde und Erkenntnisse sprechen dagegen. Leider werden diese Fakten verschwiegen, geleugnet, unter den Teppich gekehrt, umgedeutet, in ihrer Bedeutung verkannt oder fehlinterpretiert.

In der Steinzeit war der Mann Jäger, die Frau Sammlerin.

Grundsätzlich mag das stimmen, doch wird in diesem Kontext immer wieder das überlegene Jägertum gegenüber der sammelnden Tätigkeit überbetont. Dabei wurden 3/4 des Nahrungsbedarfs der Menschen im Paläolithikum über das Sammeln von Früchten, Samen, Eiern, Nüssen etc., seltener auch durch Fische gedeckt. Ein Tier zu erlegen war ein Glücksfall, und es ist keineswegs sicher, ob  sich an der Jagd nur die Männer beteiligt haben.

Vater – Mutter – Kind ist die ursprüngliche Kernfamilie.

Es zeichnet sich immer deutlicher ab, dass die Paar- oder Kleinfamilie wie sie seit Jahrtausenden existiert und die wir bis heute als normal und selbstverständlich ansehen, in Wahrheit den Kern des Patriarachats darstellt. Die Kleinfamilie steht in krassem Widerspruch zu der natürlichen Sippengemeinschaft der Spezies Mensch, die die längste Zeit der Menschheit auch gelebt wurde. In der Kleinfamilie trägt die Mutter die alleinige Verantwortung für die Kinder, ist komplett isoliert und mit ihrer Belastung, die sie nur mit einer Person teilen kann, nämlich dem Vater, überfordert. Der Vater denkt in den wenigsten Fällen daran, wirklich die Hälfte der Verantwortung zu übernehmen, im Gegenteil. In den meisten Fällen bleibt die Arbeit rund um die Kinder und den Haushalt an der Frau hängen. Dennoch wird von ihr erwartet, dass sie so schnell wie möglich wieder erwerbstätig wird. Dass das nicht funktioniert, wird mit der großen Zahl alleinerziehender Mütter deutlich, die geradewegs in die Altersarmut steuert.

Der Mann hat schon immer Frau und Kind versorgt und war das Oberhaupt der Familie.

Familie gibt es erst, seit es das Patriarchat gibt. Sie stellt den Herrschaftsbereich eines einzelnen Mannes dar, der gegenüber der Frau privilegiert ist. Diese Behauptung dient dazu, die Frauen mit einem falschen Biologieargument in ihrer misslichen Lage zu halten. Dieses Argument führt übrigens dazu, dass sich gerade Frauen gegen die Biologie stellen, weil sie sie als etwas beschränkendes und  bevormundendes erleben. Doch nicht die Biologie macht Frauen unfrei, sondern die isolierende Kleinfamilie.

Gewalt und Krieg gab es schon immer und sind etwas ganz normales.

Erst, als es darum ging, Privateigentum zu beanspruchen, zu erobern und zu schützen, entwickelte sich auch die Gewaltbereitschaft dazu. Privateigentum begann mit den zu beackernden Landflächen, mit den Rinderherden, die umso wertvoller waren, je mehr Köpfe (Capites, daraus entwickelte sich der Begriff „Kapital“) die Herde hatte. Einige Menschen verfügten nun über mehr Ressourcen als andere, was zu Unfrieden und Streit, in letzter Konsequenz zu Gewalt und Krieg führte. Das setzt sich bis heute fort und zeigt mehr als deutlich die schädlichen Auswirkungen des Patriarchats.

Prostitution ist das älteste Gewerbe der Welt und gab es schon immer.

Die Prostitution entwickelte sich aus der Tempelprostituion und dem Ritual der „Heiligen Hochzeit“, welche nichts anderes als eine öffentlich zelebrierte Vergewaltigung darstellt. Auch die heutige Prostitution ist nichts anderes. Sie ist nicht das älteste Gewerbe der Welt, denn vor dem Patriarchat gab es keine. Sie ist also schlicht das Gewerbe des Patriarchats.

Wir waren schließlich damals nicht dabei!

Das Totschlagargument in der Archäologie par excellence. Natürlich waren wir das nicht. Aber wir können heute aus den archäologischen Funden, aus den Gegebenheiten der heutigen Welt, aus unserer Geschichte, aus unseren Gefühlen und dem gesunden Menschenverstand sehr wohl Rückschlüsse ziehen auf die natürliche Lebensweise der Spezies Mensch. Dass es so, wie sie jetzt lebt, nicht natürlich und nachhaltig arterhaltend sein kann, ist offensichtlich.

Die zahlreichen Frauenfigurinen dürfen auf keinen Fall mit Göttinnen gleichgesetzt werden.

Doch. Denn genau das waren sie. Sie werden ja offiziell als „Venus“ bezeichnet („Venus von Willendorf“, „Venus von hohle Fels“, „Venus von Moravany“ etc.). Venus aber war bereits eine Göttin aus dem römischen Götterpantheon, die einem Göttervater (Jupiter) untergeordnet war. Die Archäologie hat inzwischen eingelenkt und bevorzugt „Frauenstauetten“, was ihnen allerdings in keiner Weise gerecht wird, denn wie schon weiter oben dargelegt, ist es sehr wahrscheinlich, dass die paläolithischen Menschen ausschließlich das Weibliche als göttlich angesehen hatten.

Religionen kann jeder ausüben wie er will und haben mit Patriarchat überhaupt nichts zu tun.

Alle, ausnahmslos alle Religionen, auch Buddhismus uns Hinduismus, basieren auf dem Patriarachat. Sie dienen dazu, die irdischen Herrschaftsverhältnisse zu legitimieren und die Menschen, die in der Hierarchie weit unten stehen, im Glaube zu lassen, ihre misslichen Lebensumstände seien gottgewollt und hätten direkt etwas mit ihnen selbst zu tun.

Jeder Mensch braucht Religion und seinen Glauben.

Jeder Mensch braucht Spiritualität. Diese entwickelt sich beim Einssein mit der Natur. Was der Mensch keineswegs braucht, ist ein männlicher aus dem Geist zeugender Gott. Doch da die Menschen im Patriarchat verlernt haben, eins zu sein mit der Natur, führt die unerfüllte Sehnsucht zu Ersatzmythen, Religionen genannt. Tatsächlich aber bedeutet Religion „Zurückbindung“ aus dem lateinischen Wort „religare“, mit dem Zusatz versehen „an Gott“. Dieser ist aber dem Begriff „Religion“ erst im Patriarchat hinzu gesetzt worden. Eine Rückbindung geschieht ausschließlich an die Natur innerhalb des Kreislaufs des Lebens.

Das Patriarchat hat viele kulturelle Errungenschaften hervor gebracht, z. B. die Schrift.

Die kulturellen Errungenschaften sind in Wirklichkeit Hilfsmittel, um patriarchalische Gegebenheiten zu erhalten und zu stützen. So ist die Schrift erfunden worden, um festhalten zu können, wer wo wohnt und lebt, wer zu wem gehört, und was er besitzt. Die Personalisierung der Menschen im Volk durch Festlegen des Namens, seiner Staatszugehörigkeit etc. ist durch die Schrift erst möglich geworden. Auch dient sie, wie wir alle wissen, nicht nur zum Festhalten von Fakten und Tatsachen, sondern eben auch ganz im Gegenteil zur Verbreitung von Mythen und Propaganda. Schriftlich festgelegt ist auch die staatliche Verfassung und alle Rechts- und Gesetzestexte, die ein Staat so braucht, um das Zusammenleben zu regeln. Dass es nicht mehr natürlich funktioniert, sondern kontrolliert und sanktioniert werden muss, ist ein weiterer Hinweis auf das Patriarchat.

Wenn es etwas anderes als das Patriarchat gegeben hat, dann war es ein Matriarchat, das aber noch viel kriegerischer war als das Patriarchat.

Das ist eine Falschbehauptung, die einzig dem Zweck dient, die matrifokale Lebensweise der Altsteinzeitmenschen zu diffamieren. Leider ist der Begriff „Matriarchat“ im Mainstream bereits als (noch viel schlimmeres) Patriarchat mit umgekehrten Vorzeichen derart verankert, dass es schwer ist, die Fakten richtig zu stellen.

Patriarchale Gesellschaften sind unzivilisierte Gesellschaften, wo Krieg und Terror herrschen.

Ein Irrum der westlichen Zivilisationen. Westliche Menschen denken, sie lebten in einer aufgeklärten, modernen Gesellschaft, wo Demokratie herrscht, Gleichberechtigung in weiten Teilen umgesetzt ist und das Rechtsstaatsprinzip gilt. Freiheit und Vielfalt sind die Werte, die in vielen muslimischen Staaten nicht gelten. Es stimmt, in solchen Staaten kommt das Patriarchat noch sehr archaisch und leicht erkennbar daher, doch das darf keinesfalls zu dem nächsten Trugschluss verleiten:

In der westlichen Zivilisation ist das Patriarchat doch längst abgeschafft.

Leider nein, im Gegenteil. Die westliche Zivilisation ging aus dem Patriarchat hervor trotz diverser Errungenschaften wie die von Feministinnen erkämpften Rechte der Frauen in den letzten hundert Jahren. Dass es derzeit so viele Backlashs gibt, ist nur ein weiteres Zeichen dafür, dass das Patriarchat keineswegs daran denkt, sich abschaffen zu lassen.

Männer und Frauen sind gleichberechtigt.

Obwohl dieser Satz in Artikel drei des Grundgesetzes festgelegt ist, stimmt er einfach nicht. Frauen werden im Patriarchat nach wie vor benachteiligt, und zwar in allen Bereichen. Viele Frauen, besonders die liberalen Feministinnen, wollen das aber nicht wahrhaben und denken, sie könnten ein gutes Leben im Patriarchat führen. Doch spätestens wenn Kinder da sind, werden sie eines besseren belehrt werden. Dann werden sie merken, wie anstrengend es ist, Kinderaufzucht und gleichzeitige Erwerbstätigkeit unter einen Hut zu bringen, wie oft sie dabei an ihre kräftemäßigen Grenzen stoßen, und das jahrelang, 24/7. Die Männer dagegen beteiligen sich nur soweit wie sie eben wollen. Sie haben eine Wahl, die Frauen nicht.

Die Familie ist die Basis der Gesellschaft.

Richtig. Und zwar die des Patriarchats. Eine Gesellschaft ist übrigens immer patriarchalisch, im Gegensatz zu der matrifokalen sanguinen (blutsverwandten) Sippengemeinschaft.

Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Artikel eins des Grundgesetzes ist eine patriarchalische Falschbehauptung. Würde ist bereits durch die nicht artgerechte Lebensweise längst nicht mehr gegeben.

Abschlussbemerkungen

Hier komme ich zurück auf den im ersten Abschnitt erwähnten Begriff „Fettlogik“ und dessen Zusammenhang mit dem Patriarchat. Jede Fettlogik bewirkt, dass jemand in dem Glauben bestärkt wird, nichts an der eigenen Gewichtssituation ändern zu können (egal, ob zu dick oder zu dünn, wobei die Adipositas bei weitem am häufigsten vorkommt). Jede Patriarchatslogik bewirkt, dass die darin lebenden Menschen in ihren Mythen und Glaubenssätzen verharren und nicht anfangen, die Gesellschaft, in der sie leben, zu hinterfragen. Im Patriarchat ist alles, wirklich alles, auf den Kopf gestellt worden. In jedem Lebensbereich ist der Bullshitanteil im Gegensatz zu den Fakten unverhältnismäßig hoch. Ich sehe das Thema „Fettlogik“ als einen Teilbereich des Patriarchats an. Mit anderen Worten: Auch Fettlogiken sind Patriarchatslogiken.

Im Gegensatz zu den Fettlogiken sind die Patriarchatslogiken zwar zu hinterfragen und zu durchschauen, aber die Erkenntnisse darum sind nicht so ohne weiteres dazu geeignet, sofort und nachhaltig etwas ändern zu können, schon gar nicht an der eigenen Situation, die ja durch das Patriarchat bedingt ist. Die Menschen im Patriarchat sind darin geboren und aufgewachsen. Die Tatsache, dass wir im Patriarchat leben, mag manchen sehr ungangenehm sein, wird von vielen (vornehmlich Männern) geleugnet, denn wir einzelne Menschen können vorerst gar nichts daran ändern. Das ist für manche sehr schwer zu ertragen, und auch mir ging es so, als ich anfing, eins und eins zusammen zu zählen, in Aussichtslosigkeit zu verfallen angesichts der Ohnmacht gegenüber den wahrhaft umhauenden Fakten. Ich ahnte, dass es schlimm ist,  aber dass es so schlimm ist, wollte auch ich erst nicht wahrhaben. Alle Bemühungen vieler Frauen und Mütter, ein gutes Leben im Patriarchat zu führen, sind von vornherein zum Scheitern verurteilt, denn es sind nichts als Trostpflaster, die nur die Symptome lindern. Das gesamte Gesellschaftssystem muss hinterfragt und geändert werden.

Dazu ein paar einfache Dinge: Ein Staat besteht aus einem Volk, einem (abgegrenzten) Land und einer Verfassung. Wenn nur eines davon fehlt, ist es kein Staat. Wie leben indigene Völker? Sie haben weder ein abgegrenztes Land noch eine Verfassung. Brauchen sie einen Staat, um zu leben, vor allem gut und artgerecht? Natürlich nicht. Und ich meine es so, wie ich es sage:  Natürlich nicht. Nun ist es utopisch, anzunehmen, es sei möglich, Staaten, deren Regierungen und die begrenzten Länder mal eben abszuschaffen. Dazu müsste sich zunächst ein tiefes Verständnis zur Entstehung und Auswirkung des Patriarchats entwickeln. Das geht nur mit Aufklärung und Faktenwissen. Ganz sicher nicht durch Faktenverleugnung, Faktenverdrehung und Faktenverschweigung. Im Patriarchat indes ist alles ins Gegenteil verkehrt. Kommen Fakten ans Licht, die es in Frage stellen, werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, sie als falsch zu deklarieren. Man kann es derzeit sehr schön an den Weltereignissen beobachten. Das einzig tröstliche daran: Die Faktenleugnung ist derzeit so offensichtlich, dass selbst die verblendetsten Menschen merken, dass etwas schief läuft. Von einer nachhaltigen Abschaffung des Patriarchats sind wir trotzdem noch Lichtjahre entfernt.

Aber ich bin dennoch zuversichtlich, denn ich weiß jetzt, wie ich damit umgehe. Ich schreibe meine Erkenntnisse und die Fakten auf, wie es auch Gabriele Uhlmann, Stephanie Gogolin, Kirsten Armbruster, Gerhard Bott und viele andere schon längst tun. Hinter eigene Erkenntnisse kann nicht zurückgefallen werden. Sie werden sich trotz der patriarchalen Widerstände verbreiten.