Männliches Fehlverhalten

Der emotionale Analphabetismus des Mannes, der welterklärbärisch die Kommentare der Online-Medien fest in seiner Hand hält und beherrscht, ist kaum noch zu überbieten und auch nicht mehr zu ertragen. Zu allen Themen gibt er seinen Senf ab, ob er es verstanden hat oder nicht. Meistens nicht, was für andere, mindestens für die Menschen, auf deren Kommentare er sich stürzt, sehr deutlich ist, für ihn selbst aber nicht. Ganz heikel wird es bei solchen Themen, von denen er noch nie gehört hat. Schwupps, ist mal eben eine neue Religion oder Sekte entstanden. Sich konstruktiv auseinandersetzen mit dem Geschriebenem anderer, vor allem von Frauen, das will er lieber nicht. Dann könnte ja deutlich werden, dass er von dem Thema keine Ahnung hat. Aber der Herr bleibt lieber auf seinem hohen Überheblichkeitsross sitzen. Von dort kann er toll überblicken, wie die Welt so ist. Mit seinem daraus gewonnenen unendlichen Wissen beglückt er alle, die zufälligerweise gerade seine Wege kreuzen. Selbstverständlich verfügt er auch über ein hohes Maß an Weisheit, das ihm ganz klar sagt: Es gibt schwarz – weiß, entweder – oder, ja – nein.

Dass er mit Macht nicht umgehen kann, hat er hinlänglich bewiesen. Dass ihn der Globus einen Scheißdreck interessiert, hat er hinlänglich bewiesen. Menschlichkeit und Mitgefühl, Fremdworte für ihn. Empathie, Fehlanzeige. Sich hineinversetzen in andere Menschen: Was ist das? Soziale Kompetenz… wie bitte?

Es geht ihm allein um seine Interessen. Darum, sich über andere zu erhöhen. Wettkampf, Kolonialisierung, Kapital, Besitz, Macht. Männerclubs mit dicken Zigarren. Die Frauen mitspielen lassen, aber bitte nur auf den Gebieten, für die er keine Interessen mehr hegt. Also das was übgrig bleibt. Fürsorge für Nachwuchs und Leben? Familiengedöns.

Die Dummen, Größenwahnsinnigen und Nixversteher regieren die Welt. Und das wird auch so bleiben. Weil gegen Dummheit kein Kraut gewachsen ist. Und der Dummheit ist männlich.

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Baum der Erkenntnis

Ich suchte den Baum der Erkenntis.

Verzweifelt herumirrend, fragend, grabend, forschend, vergleichend.

Ich fand ihn.

In mir selbst.

Erst war er ein winziges kleines Pflänzchen, das aus meinen Wurzeln entsprang.

Ich wässerte und pflegte es.

Nun ist es ein Bäumchen, aber es wächst stetig.

Er trägt schon Früchte, und ich ernte sie regelmäßig.

Ich gebe anderen von diesen Früchten.

Manche nehmen sie, manche gierig, manche zögernd, manche dankbar, manche stumm.

Manche werfen sie weit von sich. Manche zertrampeln sie.

Manche geben mir von ihren Früchten. Damit dünge ich meinen Baum.

Er wächst und wächst.

Da wo ich also bin, kann ein Vatergott nicht sein.

Er würde mir mich selbst verbieten.

gruessgoettin