Patriarchat abschaffen: So wird das nix

Oder: Warum es zutiefst patriarchal ist, sich gegen Selbsterkenntnis zu wehren

Ich habe mitbekommen, dass sich unter den Matriarchatsverfechterinnen rund um Heide Göttner-Abendroth und den Matrifokaldenkerinnen ein Schlagabtausch entwickelte, und zwar aufgrund eines Artikels über die Frage, ob es matriarchale Gesellschaften gibt oder gab. Dieser Umstand inspirierte mich zu einem neuen Artikel.

Dieser Schlagabtausch zwischen den Matriarchatsverfechterinnen und den sich auf dem logischen und richtigen Weg befindenden Matrifokaldenkerinnen ist typisch für patriarchales Konkurrenz- und Positionsgerangel. Es ist wichtig, sich als patriarchaler Mensch, also auch als patriarchale Frau, als sozialisiert in der hierarchischen, mangelbehafteten ungesunden und dysfunktinonalen Gesellschaft Patriarchat zu verstehen. Dazu gehören auch problematische und ausgesprochen wenig hilfreiche bis toxische Verhaltensweisen. Alle Menschen im Patriarchat weisen diese auf, Matriarchats- und Patriarchatsforscherinnen eingeschlossen. Um diese an sich selbst zu entdecken, bedarf es jahrelanger Übung in Selbstreflexion, aber diese Arbeit und Zeit muss investiert werden, um die eigenen problematischen Verhaltensweisen aufzudecken, und erst dann ist man auch in der Lage, sie an anderen zu erkennen. Sie ist aber unabdingbar nötig, um das toxische patriarchale Verhalten, das wir alle mehr oder weniger zeigen, zu erkennen und abzulegen.

Auch wenn ich mich noch nicht so lange und intensiv mit der Geschichte und der Entstehung des Patriarchats beschäftigt habe wie einige Patriarchatsforscherinnen, so habe ich doch längst den Unterschied zwischen einer hierarchischen Gesellschaft, wie das Patriarchat eben eine ist, und unserer natürlichen angeborenen Soziologie Matrifokalität verstanden. In Gesellschaft sind wir einsam, in Gemeinschaft nie. In einer Gesellschaft sind sich alle fremd, in einer Gemeinschaft kennen sich alle. Die heutigen menschlichen Gruppen im Patriarchat sind immer von irgend einer äußeren Notwendigkeit geformt. Die Menschen darin haben vielleicht gemeinsame Motive und Interessen, aber sie sind sich grundsätzlich fremd. Die Menschen im Patriarchat kennen sich nicht, und daher gehen sie auch oft so unmenschlich miteinander um. Interessen mögen manche zusammen führen, verstehen sie sich aber nicht als Mitglied einer patriarchal funktionierenden Gesellschaft, kann es zu Konflikten kommen, die ohne Selbstreflexion nicht gelöst werden können. Unverständnis, Abwehr, Missverständnisse, Projektionen und Fehlinterpretationen führen zu Entzweiungen.

Da ich mich seit Jahren, immer wieder begleitet von psychotherapeutischer Behandlung, mit meinen eigenen Annahmen, angelernten Verhaltensweisen, Irrtümern, Überzeugungen etc. beschäftige, wurde mir auch eines Tages klar, dass diese ohne das Patriarchat gar nicht existieren würden. Das Patriarchat ist also auch hier die Ursache für alles Leid. Daher wäre es bitter nötig, die Psychologie würde sich mit der Entstehung und den Auswirkungen des Patriarchats beschäftigen. Das aber tut sie nicht, die Fakten werden konsequent ignoriert. Umgekehrt jedoch braucht die Patriarchatsforschung dringend psychologisches Know-How. Die derzeitigen Patriarchatsforscherinnen aber lassen dieses Wissen vermissen. Dabei ist es dringend notwendig, um dem ewigen Schlagabtausch ein Ende zu setzen und wirklich konstruktive Möglichkeiten zu finden, das Patriarchat abzuschaffen. Wenn ich aber an bestimmte Frauen aus diesen Kreisen denke, die sogar ein ausgesprochen narzisstisches Verhalten an den Tag legen, sehe ich da keinerlei Hoffnung. Wenn eine Heide Göttner-Abendroth als „führende Matriarchatsforscherin“ bezeichnet wird, wo doch nur wieder patriarchales Hierarchiedenken reproduziert wird, sehe ich wirklich nicht die geringste Chance, unser natürliches Sozialverhalten Matrifokalität wieder zu entdecken.

Dazu muss auch folgender Irrtum erkannt werden: Das Patriarchat lässt sich nicht mit den eigenen Waffen schlagen! Patriarchale Waffen einzusetzen bedeutet, sich weiterhin im patriarchalen Kontext zu bewegen. Die eigenen patriarchalen Verhaltensweisen dazu benutzen, andere zu diffamieren, zu korrigieren, zurecht zu weisen etc. führt unweigerlich in eine Verhärtung der Fronten. Es kommt Kriegstreiberei gleich. Es wird keine Lösung angestrebt, sondern ein Gewinnen, ein sich Erheben über die Verlierer des Kampfes. Das Wissen um die Entstehung und Auswirkung des Patriarchats jedoch lässt sich nicht mit Zwang durchsetzen, sondern nur durch ein tiefgreifendes Verstehen, wie es funktioniert und was es erhält. Das Patriarchat existiert in den Köpfen. Genau dort muss es auch angegangen werden. In jedem einzelnen Kopf. Das kann nur jeder Mann und jede Frau für sich allein tun, und dazu ist Einsicht nötig. Ohne die Einsicht, die harte Arbeit der Selbstreflexion täglich zu tun und zu üben, haben wir keine Chance, das Patriarchat nachhaltig zu beenden.

Es ist wirklich wichtig, sich mit diesen Dingen zu beschäftigen. Wir müssen unser patriarchales Verhalten hinterfragen. Wenn wir uns aber immer nur gegenseitig mundtot machen und keinerlei Einsichten zeigen, wird sich nicht das geringste ändern, sondern einfach immer wieder nur das Patriarchat reproduziert.

Ist das Aufzeigen der Wahrheit übergriffig?

Oder: Ist Verdrängung heilsam?

Ich werde des öfteren mit dem Hinweis konfrontiert, dass das Mitteilen und Zeigen unangenehmer, harter bis zu grausamer Fakten, also der Wahrheit, ein Übergriff auf andere ist, um diese zu demütigen, bloßzustellen oder vorzuführen. In meiner grauen Blogvorzeit habe ich einen Artikel über übergriffige Menschen geschrieben, den leite ich mit folgenden Worten ein: „Übergriffige Menschen sehen alles, was sie tun, als richtig an. Das was für sie gilt, gilt auch für alle anderen. Ihre Überzeugungen, Standpunkte und Verhaltensmuster sind die einzig richtigen.“ Damit meine ich aber nicht Menschen, die Wahrheiten erkannt haben, weil sie sich jahrelang in Selbstreflexion geübt haben, sondern solche, die in ihren rigiden Verhaltensmustern und Überzeugungen agieren und darin stecken geblieben sind. Solche, die unumstößlich überzeugt sind von ihren Ansichten und diese deshalb anderen Menschen überstülpen wollen. Derzeit ist das sehr schön zu erkennen bei der Vorgehensweise der patriarchalen Väterrechtler, aber auch bei anderen Ideologie-AnhängerInnen wie Homöopathen.

Diejenigen, die nun mit solchen IdeologInnen konfrontiert bzw. von diesen „beglückt“ werden, wehren sich gegen diese, weil sie leicht zu durchschauen sind. Doch nun kommt eine, die hat das alles schon längst hinter sich und durchschaut, hat ihre alten angelernten und aufgeschwatzten Überzeugungen weitgehend abgelegt, ihre Verhaltensweisen hinterfragt und geändert und immer mehr Erkenntnisse gewonnen, ist also soweit selbstreflektiert, wie es eben möglich ist. Die neuen Erkenntnisse teilt sie den anderen mit, die aber oft im krassen Gegensatz stehen zu den Überzeugungen, die die anderen trotz allem immer noch haben. Folglich müssen sie das Infragestellen, das Umkippen ihrer Weltsicht als Affront, als Übergriffigkeit empfinden, weil sie nichts anderes kennen von den übergriffigen Mitmenschen und Besserwissern, Ideologieanhängern und patriarchal Verblendeten, die scheinbar genau so handeln. Dabei gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen pathologisch Missionierenden und informierenden AufklärerInnen: Erstere werten, unterstellen, bleiben niemals bei sich, diffamieren, beleidigen, bedrohen bis beschimpfen, letztere eben nicht (solange sie nicht inzwischen selbst angegriffen werden). Sie bleiben auf der Sachebene und teilen Fakten und Wahrheiten mit. Werden aber deren Botschaften im Sinne der ersteren missverstanden, werden sie mit den pathologisch Verblendeten in einen Topf geworfen, und damit tut man ihnen Unrecht.

Wie oft bin ich selbst schon als überheblich, arrogant, übergriffig, besserwisserisch, belehrend, bevormundend bezeichnet worden, darunter von etlichen Frauen. Nur, weil ich die Wahrheit gesagt habe. Nur, weil ich sie aufrütteln oder einfach nur ehrlich sein wollte. Von PsychologInnen wurde mir die Diagnose gestellt, ich könne die Ansichten von anderen nicht annehmen und akzeptieren. Ja, weil sie Bullshit waren, und nicht, weil ich sie nicht neben meinen habe stehen lassen können!

Wie also die „schlimmen“ Fakten den anderen nahe bringen? Ich habe da keine Lösung, außer der, immer so weiter zu machen und nicht müde werden, sie immer wieder zu formulieren und zu wiederholen. Ich bin kontinuierlich dabei, beharrlich die Fakten zu sagen (so es mir möglich ist, denn zeitweise fehlt mir die Kraft und ich werde müde), zu schreiben und dabei kein schlechtes Gewissen zu bekommen, übergriffig zu handeln, denn das tue ich nicht. Es wird aber leider oft so wahrgenommen. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer: Es liegt bei den Wahrnehmenden, denn jede ist für ihre Wahrnehmung, für die eigene Interpretation empfangener Botschaften und ihre Reaktion darauf selbst verantwortlich. Niemand kann andere Menschen ändern oder dazu bewegen, bestimmte Dinge zu verstehen. Diese Menschen müssen selbst verstehen wollen und sich für Botschaften öffnen. Tun sie es nicht, kann die Botschaft noch so sachlich und sorgfältig formuliert sein, sie kommt bei der Empfängerschaft nicht an, weil die Empfängerschaft schlicht nicht empfangen kann oder will. Die Gründe dafür liegen in ihr, und nur sie kann herausfinden, welche Gründe sie am Empfangen hindert.

Das Gegenteil von Empfangen ist Verdrängung, und sie ist ein guter Grund, nicht empfangen zu können. Wahrheiten und Fakten sind für viele Menschen so schlimm, dass sie kaum zu ertragen sind und daher mental verdrängt werden. Das ist dem kollektiven Stockholmsyndrom der Frauen im Patriarchat zu verdanken, denn dieses dient ihnen als Überlebensstrategie in der ungesunden Gesellschaft Patriarchat. Das Schlimmste, was dem Patriarchat passieren kann, ist Wahrheit. Frauen lernten, zu taktieren und einzuschätzen, ob sie sich gegen ihre Peiniger, oft kriegerische Männer, die Frauen als Kriegsbeute ansehen, wehren oder mit ihnen kooperieren und sich mit den misslichen Umständen arrangieren sollten. Milliarden von vergewaltigten Frauen haben gelernt, sich von ihrem Körper zu lösen, zu dissoziieren, um den Schmerz nicht so sehr spüren zu müssen. Das passiert auch heute noch in der Prostitution, welche ein unfassbares Vergewaltigungsverbrechen an den Frauen darstellt. Frauen verdrängen die schlimmsten Schmerzen schlicht um zu überleben und entwickeln ein posttraumatisches Belastungssyndrom. Im akuten Stadium ist Verdrängen die einzige Möglichkeit. Später aber ist es notwendig, behutsam die verdrängten und verschütteten Ereignisse und Gefühle wieder hervor zu holen, um letztendlich eine Heilung zu ermöglichen. Das ist ein langer, schmerzhafter und beschwerlicher Weg, der sich aber in jedem Fall lohnt, denn am Ende stehen Erkenntnis und Klarheit.

Auch in weniger schlimmen Umfeldern als in der Prostitution ist Verdrängung weit verbreitet, in allen patriarchalen dysfunktionalen Familien z. B. Nicht eine einzige Familie im Patriarchat wird verschont von rigiden toxischen Verhaltensmustern. Ich selbst habe das in einem jahrelangen schmerzhaften Prozess Stück für Stück erkennen müssen und verarbeitete meine Erlebnisse und Erkenntnisse in meiner Website über die Schwarze-Schaf-Problematik. Heute weiß ich: Als Kind wurde mir oft nicht die Wahrheit gesagt, meine eigenen wahren Gefühle wurden mir aus- und kleingeredet, bis ich nicht mehr wusste, wer ich eigentlich bin. Ich musste das erst, als ich längst erwachsen war, heraus finden. Erst dann war ich in der Lage, meinen ersten Artikel über Augenhöhe zu schreiben und darin dazu zu stehen, dass ich mich praktisch gar nicht selbst kannte. Doch das ist heute anders, ich weiß, wer ich bin, ich weiß, was ich brauche, ich weiß, was ich will und vor allem was ich nicht mehr will und welche Konsequenzen ich aus meinen Entscheidungen ziehe. Heute muss ich vieles nicht mehr verdrängen. Ich kann sehen und hinsehen. Ich bin klar, ich bin heil.

Gruppendynamiken

Seit Jahrzehnten mache ich mir Gedanken über die zwischenmenschlichen Abläufe in Gruppen. Alle Menschen sind Teil von Gruppen. Am Anfang des Lebens im Patriarchat werden die Menschen in die Gruppe der Kleinfamilie, die meistens aus Mutter und Vater und vielleicht Geschwistern besteht, hinein geboren. Hinzu kommen Großeltern, Onkel, Tanten aus den Ursprungsfamilien der Mutter und des (biologischen oder sozialen) Vaters. Später im Leben erweitern sich diese Gruppen zu Kita-Gruppen, Schulklassen, Freundeskreisen, Nachbarschaften etc. Wir Menschen im Patriarchat leben in solchen von äußeren Umständen gebildeten Gruppen. Diese Gruppen sind nicht natürlich, ganz im Gegensatz zu den soziologisch ursprünglich matrifokalen Gruppen, den Sippen, in denen Menschen bis zu Beginn des Patriarchats aufwuchsen und auch für die gesamte Lebensdauer blieben.

Die heutigen patriarchalen Gruppen bergen eine ganze Menge Konfliktpotenzial. Sie sind gekennzeichnet dadurch, dass sie zunächst aus fremden Menschen bestehen, die sich zwangsläufig, aufgrund von Interessen, von gemeinsamen Zielen, von äußeren Umständen zusammen finden. Es gibt kaum bis gar keine Gruppen, in denen keine Konflikte auftreten. Es hängt vom Grad der Fähigkeit der Selbstreflexion der einzelnen Gruppenmitglieder ab, ob diese Konflikte bewältigt werden können oder nicht. In den allermeisten Fällen werden sie nicht bewältigt, sondern im besten Fall verdrängt und im schlimmsten Fall brechen sie aus, was oft zur Sprengung der Gruppe führt.

Alle Gruppen im Patriarchat entstehen mehr oder weniger aus einem Zwang heraus. Der Zwang ist aber in jedem Fall gegeben. Selbst wenn sich Gruppen allem Anschein nach freiwillig aus gemeinsamen Interessen der Teilnehmenden formieren, werden die Konflikte der einzelnen Gruppenmitglieder in diese hinein getragen, ohne dass es den einzelnen bewusst ist. Auch gemeinsame Interessen sind ein zwangsläufiger Auslöser für die Formierung einer Gruppe, weil die Interessen der einzelnen z. B. in anderen Gruppen bisher kein Gehör fanden. Gemeinsame Interessen führen dennoch fremde Menschen zusammen, die ihrerseits mit eigenen Konflikten und Defiziten beladen sind. Ist das gemeinsame Thema aber auch noch so sehr von Sachlichkeit geprägt, kann eine solche Gruppe aufgrund von unverarbeiteten Konflikten einzelner Mitglieder, die gar nichts mit der Gruppe als solche zu tun haben, in eine ungesunde Dynamik abgleiten.

Heutzutage ist es relativ einfach, sich mit Hilfe der sozialen Medien mit Gleichgesinnten in virtuellen Gruppen zusammen zu finden. Diese Gruppen stehen unter einer gemeinsamen Intention, die oft von GruppengründerInnen vorgegeben wurden und mit denen sich alle anderen zunächst identifizieren und konform gehen. Rutscht die sachliche Ebene in Diskussionen aber auf die persönliche und emotionale Ebene ab, gerät das Gleichgewicht ins Wanken und nicht selten hat dies den Austritt von Gruppenmitgliedern zur Folge oder die Gruppe löst sich ganz auf. Die Unverbindlichkeit des Internets ist ein wichtiger Faktor. Das Ausblenden der von allen Teilnehmenden eingebrachten Konflikte aber der weitaus größere, warum die Kommunikation in manchen Gruppen immer wieder schief läuft.

Ein weiterer Faktor ist die Größe der Gruppe. Sind es nur ein paar Teilnehmende und kennen sich einige von ihnen, kann es zu Cliquenbildung kommen, von denen die anderen aber nichts wissen. Bei einer sehr großen Gruppe fällt dies nicht so sehr ins Gewicht, als dass die Gruppe sich auflösen wird. In einer kleinen Gruppe aber kann es zu Mobbing und Ausschluss führen. Es sei denn, alle sind sich der Gruppendynamiken bewusst. Was in den seltensten Fällen gegeben ist.

Was ist nun diese Dynamik, die vielen Gruppen immer wieder zum Verhängnis wird und zur Entzweiung führen kann? Schwieriges Terrain. Auch wenn ich inzwischen weiß, dass alles aus dem ungesunden Leben im Patriarchat resultiert, lässt sich diese Frage nicht so einfach beantworten.

Der Schlüssel sind die Teilnehmenden mit ihren ganz eigenen und persönlichen Erwartungen an die Gruppe, die auf ihren persönlichen Erfahrungen, Annahmen, angelernten Überzeugungen, Bedürfnissen und auch Defiziten basieren. Das schließt die GründerInnen mit ein. Die meisten Menschen sind sich ihren eigenen Erwartungen nicht bewusst. Selbst bei Nachfrage können sie ihre Erwartungen gar nicht benennen, ja, meinen sogar, dass sie überhaupt keine Rolle spielten. Doch das Gegenteil ist der Fall. Werden persönliche Erwartungen von einzelnen Gruppenmitgliedern nicht erfüllt, kommt es unweigerlich zum Konflikt. Dann fühlt sich eine von Äußerungen einer anderen aufgrund von früheren Auseinandersetzungen verletzt, obwohl diese gar nicht angesprochen wurden. Andere sind genervt von den auftretenden Betroffenheiten und ergreifen Partei. Andere wiederum halten sich aus dem Konflikt heraus, weil sie damit nichts zu tun haben wollen. Schnell kann es passieren, dass Einzelne plötzlich isoliert da stehen, weil sie einfach nur das Falsche zum falschen Zeitpunkt sagen. Selbst eine Vermittlung im Hintergrund kann zum Scheitern verurteilt sein, wenn das unterschwellige Gegeneinander nicht behoben wird. Viele sehen nicht, dass sie selbst mit einem erheblichen Anteil an der Entstehung von Konflikten beteiligt sind. Reagieren sie dann noch mit Heraushalten und Ignoranz, stehen die direkt Betroffenen allein da.

Verantwortung übernehmen für die eigenen persönlichen Befindlichkeiten, Erwartungen, Projektionen ist eine sehr schwierige Übung. Wenn es Gruppen gelingt, dies den einzelnen Teilnehmenden klar zu machen und diese das respektieren und anfangen, an sich selbst zu arbeiten, kann eine bereichernde und fruchtbare Gruppenarbeit entstehen. Bisher habe ich das selten erlebt.

Homöopathie entlarvt sich als patriarchale Ideologie

In der letzten Zeit ist die Homöopathie als sanfte und alternative Heilmethode stark in die Schusslinie geraten. Nicht nur auf Twitter, auf der inzwischen eine wahre Globukalypse ausgebrochen ist, sondern in vielen anderen Medien wird die Wirksamkeit von Homöopathie mehr und mehr in Frage gestellt. Auslöser war nicht nur das Verbot der Erstattung der Kosten für homöopathische Mittel seitens der Krankenkassen in Frankreich, sondern hierzulande ein Beitrag der Sendung Neo Magazin Royale mit Jan Böhmermann, in der er u. a. die Ärztin Dr. Natalie Grams erwähnt, selbst einmal glühende Anhängerin der Homöopathie, doch heute aufklärende Wissenschaftlerin und Medizinerin über die Fakten der Homöopathie. Darüber hinaus wird auch der Homöopathika-Hersteller Hevert aufs Korn genommen, der besagter Ärztin mit einer Unterlassungsklage drohte, sollte sie noch einmal öffentlich behaupten, die Homöopathie wirke nicht über den Placeboeffekt hinaus. Dabei ist genau dies in etlichen Studien immer wieder bewiesen und erhärtet worden. Doch langsam dringen diese Fakten ins öffentliche Bewusstsein.

Über die Homöopathie als solche will ich hier keine weiteren Worte verlieren, denn wer sich über sie informieren will, möge unter obigen und in den Quellen genannten Links nachlesen. Für mich persönlich gilt allerdings schon seit Jahrzehnten, dass Homöopathie Humbug sein muss, auch wenn ich etliche Menschen kennen gelernt habe, die darauf schwören. Nicht zuletzt mag es dem Umstand geschuldet sein, durch meine chemiebasierte Ausbildung als Chemielaborantin und später als studierte Chemieingenieurin allein der Behauptung, ein bis zur Unkenntlichkeit verdünnter Stoff, der nicht mehr nachweisbar ist, schlicht die Naturgesetze entgegen setzen zu können.

Mir geht es in diesem Artikel um das Entlarven von Ideologien, Mythologien und Glaubenswelten. Wie ich schon in meinem Artikel über Bewusstsein und Wahrheit schrieb, wollen viele Menschen im Patriarchat die Wahrheit zunächst nicht wahrhaben, wenn sie sich zeigt, denn sie steht im Gegensatz zu den uns eingeimpften und aufgeschwatzten als wahr dargestellten Überzeugungen. Fatal wird es besonders dann, wenn gemachte Erfahrungen diese Überzeugungen zu untermauern scheinen. Dass allein der Placeboeffekt für die Wirkung verantwortlich ist, selbst bei Kindern und Tieren, ist längst erwiesen und Fakt. Und noch ein Aspekt ist wichtig, wenn es um den Glauben an Ideologien geht: Die kapitalistische, kaltschnäuzige, menschenunwürdige patriarchale Praxis. Dass viele Menschen an die Schulmedizin den Glauben verloren haben, liegt u. a. daran, dass es dieser vermeintlich gar nicht mehr um die Patienten geht, sondern nur noch darum, sie schnell abzufertigen und das Geld von den Krankenkassen abzukassieren. Dass es den Homöopathikaherstellern ebenfalls genau darum, und nur darum geht, fällt dabei gar nicht mehr auf.

Sehr interessant sind nun die Reaktionen von HomöopathieanhängerInnen auf die gestartete Aufklärungskampagne. Denn nur darum geht es den KritikerInnen der Homöopathie: Um Aufklärung. Auch mir geht es in meinen Texten auf diesem Blog um Aufklärung, und zwar um Aufklärung über patriarchale Glaubenssätze, um Aufklärung um Falschbehauptungen, Ideologien, Mythen, angelernten Überzeugungen. Immer wieder erlebe ich, wenn ich versuche, Fakten zu teilen, ein wild aggressives Abwehren und Versuche, mich vom Gegenteil zu überzeugen. Das zieht sich durch alle Themenbereiche, sei es nun Prostitution, Transaktivismus, Biologie, Islamismus (bei dem den KritikerInnen ständig Rassismus vorgeworfen wird) oder schlicht die nicht in der Herrschenden Lehre gelehrten Fakten der Entstehung und den Auswirkungen des Patriarchats. Oder auch dann, wenn es darum geht, die patriarchale kapitalistische Leistungsgesellschaft in Frage zu stellen, wenn der Neoliberalismus mir erklären will, ich als Individuum sei ganz allein selbst verantwortlich für alles. Ich müsse nur etwas tun und in die „Gemeinschaft“ (=patriarchale Gesellschaft) investieren, erst dann hätte ich Anspruch auf Hilfe. Andernfalls bräuchte ich auch nichts zu erwarten und begebe mich selbst in Unmündigkeit.

Die Abwehrreaktionen der Homöopathen nun sehen ganz genau so aus. Sie fangen an, die KritikerInnen zu diffamieren, zu beleidigen, ihnen zu drohen, sie als die wahren Unwissenden hinzustellen und als dumm zu bezeichnen. Zum Schluss, wenn keine vernünftigen Argumente mehr vorgebracht werden können, kommt die Nazikeule. Diese Muster der Abwehr sind immer dieselben:

  • Eigene Erfahrungen als Gegenbeweis
  • Keine evidenzbasierten Argumente
  • Verharmlosung
  • Kein Sich-Öffnen für sachliche Argumente
  • Belehrungen von oben herab
  • Zuordnung der KritikerInnen zu problematischen Gesinnungsgruppen (RassistInnnen, Nazis etc.)
  • Diffamierungen
  • Beleidigungen
  • Drohungen

 

Wie auch hier wieder einmal mehr als deutlich wird: Im Patriarchat sind alle Dinge auf den Kopf gestellt. So auch hier: Eine über 200 Jahre alte Mythologie mit vielen AnhängerInnen, erfunden von einem einzigen Mann, hat es geschafft, ohne einen einzigen vernünftigen evidenten Beweis, der allgemeingültig für die Richtigkeit sprechen könnte, im Patriarchat zu überdauern. Ihre Zeit ist nun abgelaufen, und die IdeologInnen heulen laut auf. Es wird in Zukunft noch etliche solcher Entlarvungen geben. Öffnen wir uns diesen. Andernfalls wird uns die ohnehin schnellere Entwicklung der Erdrealitäten vor vollendete Tatsachen stellen.

Quellen
Twitterglobukalypse
Ärzteblatt
NEO MAGAZIN ROYALE
Netzwerk Homöopathie

 

Patriarchales Machtinstrument Psychologie

Kürzlich hatte ich das Vergnügen einer langen Konversation mit einem Psychologen auf Twitter, die mit seiner psychologischen Diagnose über mich endete und damit, dass ich diesen Mann blockte. Ganz kurz zusammengefasst ist folgendes passiert: Er verlinkte meinen letzten Artikel, in dem ich die Psychologie mit dem Patriarchat in Verbindung bringe, bewertete ihn positiv und stellte Fragen, die ich ihm bereitwillig beantwortete und woraufhin zunächst eine angeregte Diskussion entstand. Doch schon bald unterstellte er mir in subtiler Weise Absichten, die ich gar nicht hatte, machte mir unterschwellige Vorwürfe und instrumentalisiere dazu meine Gefühle, hier meine Wut, als Manipulationsabsicht. Er wurde also schon recht früh persönlich, nach dem ich selbst meine Gedanken und Gefühle offen legte. Ich stellte seine Missverständnisse richtig, doch am Ende warf er mir genau das vor, was ausschließlich auf ihn selbst zutraf, z. B. persönlich zu werden. Ich hätte ihn angegriffen und provoziert, ich solle mal meinen eigenen Artikel (!) beherzigen, ich sähe nur das, was ich sehen wollte. Am Ende attestierte er mir aufgrund meiner berechtigten Reaktionen auf diese Unterstellungen Unsachlichkeit. Er selbst reflektierte aber sein eigenes Verhalten nicht im geringsten. Er hatte sogar Angst vor mir und meinem „Austeilen“, traute sich nicht, sich zu öffnen, weil ich ihm ein Messer in diese Öffnung rammen könne, und deshalb müsse er sich vor mir schützen. Es war wirklich grotesk, doch nüchtern betrachtet nichts weiter als die übliche patriarchale Täter-Opfer-Umkehr.

Was mich nun zu diesem Artikel bringt, ist nicht nur mein Schmerz über dieses Victimblaming und die Tatsache, dass ich mal wieder einem dieser narzisstischen unreflektierten Männern auf den Leim gegangen bin, sondern auch, dass ich inzwischen in der heutigen Psychologie eine große Gefahr sehe. Ich habe im Laufe meines Lebens viele PsychotherapeutInnen und PsychologInnen kennen gelernt. Einige davon waren sehr empathisch und einfühlsam (in der Mehrzahl Frauen), andere aber höchst toxisch (auch Frauen). Ich sah mich oft einer gnadenlosen Kaltschnäuzigkeit ausgeliefert. Immer erst im Nachhinein wurde mir klar, was genau in den Sitzungen, aus denen ich oft tränenaufgelöst, völlig verzweifelt, wütend, rat- und machtlos heraus ging, genau passierte.

Vor fünf Jahren schrieb ich meinen Artikel Problematische Verhaltensweisen und Überzeugungen, und im Grunde ist der jetzige Artikel nichts anderes als eine Wiederholung mit Ergänzungen. Das Verhalten mancher Psychologen gegenüber ihrer Klientel und ihre psychologischen Strategien zur Machtausübung versuche ich hier erkennbar zu machen, denn sie dienen dazu, die KlientInnen klein, devot und demütig zu halten, anstatt, wie es eigentlich ihre Aufgabe und Ethik ist, ihnen zu helfen und sie bei ihrer Heilung zu unterstützen.

Gefühle instrumentalisieren

Klienten suchen PsychotherapeutInnen auf, um über ihre Gefühle reden zu können, und werden auch explizit dazu ermuntert. Das Reden über Gefühle ist elementar in der Psychotherapie, denn sehr oft haben PatientInnen kaum noch Zugang zu ihnen. Dieser Zugang ist aber wichtig, um an die angelernten Verhaltensweisen und Überzeugungen zu kommen, die den Menschen im Leben im Wege stehen. Um so fataler ist es, wenn ihre Gefühle vom Therapeuten abgewertet und als Manipulation instrumentalisiert werden. Ich kenne dieses Instrumentalisieren auch aus früheren Beziehungen, in denen ich vor lauter Verzweiflung Tränen vergoss, mir aber unterstellt wurde, ich wolle mit meinen Tränen etwas bezwecken, nämlich Anteilnahme erzwingen. Ich würde auf die Tränendrüse drücken, um Mitleid zu erheischen, mit anderen Worten, „das Opfer spielen“, um Zuwendung und Aufmerksamkeit beim Gegenüber zu erwirken. Nicht, dass es so ein Verhalten nicht gibt. Es kommt durchaus vor, nämlich bei narzisstisch gestörten Persönlichkeiten, die auf diese Weise ihre Opfer manipulieren. Wenn aber PsychotherapeutInnen ihrer Klientel von vornherein eine narzisstische Störung unterstellen und ihre Gefühle als Manipulation missinterpretieren, oder noch schlimmer, in manipulativer Absicht einreden, erfolgt keine Heilung, sondern tiefe Verletzungen und großer Schaden.

Wahrnehmung absprechen (Du siehst nur das, was du sehen willst)

Von Kindesbeinen an werden uns die Dinge anders eingebläut als wir sie wahrnehmen. Besonders uns Frauen wird von Anfang unseres Lebens an die Wahrnehmung immer wieder abgesprochen, korrigiert, uns eingeredet, wir bildeten uns alles nur ein und unsere Gefühle hätten keine Berechtigung bzw. seien völlig falsch. Die Folge ist, dass den eigenen Wahrnehmungen nicht mehr vertraut wird. Gute Therapeuten, denen die Heilung ihrer Klienten am Herzen liegt, bestärken sie darin, ihren Wahrnehmungen zu vertrauen, toxische aber reduzieren sie auf bloße Einbildung. Die Diagnose, die daraus folgt, die Klienten könnten die Erfahrungen und Wahrnehmungen anderer nicht akzeptieren, ist ein Auf-den-Kopf-Stellen der Tatsachen und richtet bei den Betroffenen großen Schaden an. Auch hier zeigt sich die patriarchale Täter-Opfer-Umkehr in subtiler Weise.

Worte missinterpretieren und daraus ein Urteil bilden

TherapeutInnen, die ihren Klienten nicht zuhören, sondern ihre Worte missinterpretieren, wirken besonders zerstörerisch, wenn sie aufgrund ihrer Missinterpretationen auch noch Urteile fällen. Die KlientInnen haben dann keine Chance, irgend etwas klar und richtig zu stellen. Das Urteil ist gefällt und bleibt gnadenlos bestehen, egal, was die Klienten sagen. Dieses Verhalten ist grundsätzlich bei patriarchalen Menschen weit verbreitet. Immer wieder erlebe ich es, dass andere mich missverstehen, daraus ihr Urteil bilden und für alle Zeiten bestehen lassen, egal, wie sehr ich mich auch bemühe, die Dinge klar zu stellen. Im Gegenteil, es führt dazu, dass sie sich von mir für immer abwenden. Aus diesem Verhalten folgt das nächste:

Subtiles Spießumdrehen

Das Urteil ist gefällt, und alles, was jetzt gesagt wird, kann gegen dich verwendet werden. Die therapeutischen Missverständnisse werden gnadenlos dem Gegenüber vorgeworfen. Das Gegenüber kann sich dagegen nicht wehren, steht am Ende als Täter da, während sich der wahre Täter, der manipulierende Therapeut oder Therapeutin, als Opfer inszeniert. Es ist für Außenstehende schwer, diesen Mechanismus zu durchschauen, so dass Opfer von Narzissten sehr oft auch noch gemobbt werden, weil sich das Umfeld auf die Seite des Narzissten schlägt. Ist der Narzisst auch noch Therapeut, wird seinem Urteil noch mehr vertraut als der Aussage des Patienten. Ich selbst habe schon eine Diagnose einer höchst manipulativen Therapeutin in schriftlicher Form zu lesen bekommen, in der absolut nichts stimmte und sämtliche Fakten auf den Kopf gestellt waren. Noch Jahre danach spüre ich die Schmerzen der Verletzungen, die diese Therapeutin mir mit ihrem manipulativen Verhalten zugefügt hat.

Gaslighting

Geschieht das Absprechen der Wahrnehmung sowie das Verdrehen von Tatsachen in voller Absicht, spricht man von Gaslighting. Die Betroffenen glauben am Ende ihren eigenen Sinnen nicht mehr. Die Absicht, die dahinter steckt, ist die vollkommene Kontrolle und Machtausübung über die betroffene Person. PsychotherapeutInnen, die eine narzisstische Persönlichkeitsstörung entwickelt haben, können diese an ihren KlientInnen problemlos ausleben, ohne dass es lange Zeit auffällt. Deshalb kann ich nur allen, die sich in psychotherapeutische Behandlung begeben, empfehlen, falls sie an einen solchen Therapeuten gelangen, genau zu beobachten, ob sie empathisch und würdevoll behandelt werden, oder ob sie nach und nach beschämt werden.

Doppelmoral (mit zweierlei Maß messen)

Toxische Doppelmoral kann in einem einzigen Satz vorkommen. Besagter Psychologe warf mir in wenigen Worten vor, persönlich zu werden und wurde es selbst genau in dem Moment. Hinweise auf Doppelstandards sind Sätze, die mit „Du-solltest-Du-musst“-Botschaften anfangen, Wertungen und Urteile.

Loben und Strafen

„Dein Artikel ist richtig gut!“ sagte der Psychologe, um mir zwei Sätze später zu raten, ihn mir selbst zu Herzen zu nehmen, denn ich verstehe meine eigenen Erkenntnisse nicht. „Deine Bilder sind richtig gut!“ schrieb ein Kommentator, um mir gleich danach vorzuwerfen, dass das für meinen Artikel nicht gilt. Erst einschmeicheln, dann zuschlagen. Das Einschmeicheln dient dazu, das Opfer empfangsbereit zu machen. Es freut sich zunächst über das Lob, nur um danach eine Ohrfeige einzufangen, die nach dem Lob doppelt schmerzt. Das ist das Prinzip Zuckerbrot und Peitsche. Das Opfer merkt, dass das Lob nicht ehrlich gemeint war, sondern nur dazu diente, die folgende Demütigung noch wirkungsvoller zu platzieren. Und leider funktioniert diese Manipulation sehr gut, besonders bei Menschen, insbesondere Frauen, die in ihrem Selbstbewusstsein extrem verunsichert und geschwächt sind. Schwache Menschen waren schon immer Zielscheibe von Machtausübungen. Menschen, die sich in Psychotherapie begeben, sind geschwächt und damit in großer Gefahr, Opfer von leider vorkommenden unreflektierten und toxischen TherapeutInnen zu werden.

All diese Methoden dienen nur einem Zweck: Ein Machtgefälle aufrecht zu erhalten. Dieses Machtgefälle besteht leider viel zu oft zwischen PatientInnen und ihren TherapeuthInnen: Hier der wissende Therapeut, dort der unwissende, defizitäre und unwissende Patient, den es zu korrigieren und zu maßregeln gilt. Es wird deutlich, dass der Beruf PsychologIn geradezu ideal ist für narzisstische Menschen, ihren Narzissmus nicht nur nicht reflektieren zu müssen, sondern ihn auszuleben. Auf Kosten der Menschen, die in seelische Not geraten sind und deshalb Hilfe suchen.

Die Psychologie kann damit als höchst perfides Machtinstrument missbraucht werden. Es wird Zeit, dass sie selbst und die in ihr arbeitenden Menschen dies erkennen, reflektieren und die Konsequenzen daraus ziehen. Eine Konsequenz ist z. B, keine geschlechtlich gemischten Gruppen mehr zu therapieren, sondern nach Geschlechtern getrennt. Frauen haben sehr andere Probleme als Männer. Es ist kontraproduktiv, sie mit derselben Methode in einer Gruppe therapieren zu wollen. So sind Männer, die depressiv sind, eher aggressiv, während Frauen antriebslos  werden. Es hilft nicht, einen aggressiven Mann in einer Gruppe von antriebslosen Frauen zu behandeln, und umgekehrt und schlimmer eine antriebslose Frau in einer Gruppe von aggressiven Männern. Aber so weit ist die Psychologie in ihren Erkenntnissen leider noch nicht.

Drei notwendige Dinge zur Abschaffung des Patriarchats

Kürzlich machte ich wieder einmal Erfahrungen mit der Gnadenlosigkeit patriarchaler Frauen, die sich massiv angegriffen fühlten aufgrund eigener vorschneller Missinterpretationen. Frauen fühlten sich von mir bedroht, weil ich auf etwas hinwies, was ihnen nicht gefiel und etwas kritisierte, wo sie sich zu Unrecht kritisiert fühlten. Sehr schnell wurde ein Konflikt daraus, dessen Ende (obwohl er natürlich nicht zu ende ist, denn er wurde ja nicht gelöst) war: Ich war die Täterin, die sich auch noch als Opfer stilisierte. Eine Klarstellung war nicht möglich, ich bekam dermaßen unreflektierte und wütende Antworten voller Unterstellungen, Abwertungen, Beleidigungen und sogar Drohungen, dass ich mich gezwungen sah, mich für eine Weile zurück zu ziehen. Um mich an dieser Stelle zu schützen und keine Persönlichkeitsrechte zu verletzen, behalte ich Details für mich.

Dieses Beispiel, ich komme später noch einmal darauf zurück, hat mir einmal mehr vor Augen geführt, dass es nicht reicht, sich einfach nur mit den Fakten des Patriarchats zu beschäftigen, sondern dass es ganz wichtig ist, sich selbst als Teil von diesem zu begreifen mit allen gelernten Überzeugungen, Verhaltensmustern, Denkweisen, ja Ideologien und Verblendungen. Daher sind meiner Erkenntnis nach drei Dinge zwingend notwendig, um das Patriarchat in seiner Gänze zu begreifen und Ansätze zu finden, es abzuschaffen:

1. Wissen um die Entstehung und die Auswirkungen des Patriarchats

Zu diesem Thema haben andere und ich schon so viel geschrieben, dass ich mich hier ganz kurz fasse: Seit ungefähr 8000 Jahren existiert das Patriarchat. Es entstand aus verschiedenen Gründen, u. a. durch Missverständnisse bei der Beobachtung der natürlichen Vorgänge, durch Installieren der Vaterschaft, durch Besitz- und Privateigentum, durch Ausbeutung der natürlichen Ressourcen und der female choice der Frauen. Seit dem nimmt es seinen zerstörerischen Lauf und ist auch nicht, so wie es derzeit aussieht, aufzuhalten. Die Auswirkungen auf den Planeten und die Menschen sind nicht zu übersehen, auch auf deren Psyche nicht. Diese muss noch einmal genauer betrachtet werden:

2. Wissen um die (gestörte) Psyche der Menschen im Patriarchat

Alle Menschen sind im Patriarchat gestört, da sie ihrer natürlichen Lebensweise beraubt sind. Die Menschen tragen allesamt eine Sehnsucht in sich und wissen noch nicht einmal wonach. Sie sind Mangelwesen, deren Bedürfnisse nach Gemeinschaft, Nähe, Fürsorge, Vertrauen, Geborgenheit nicht oder nur rudimentär befriedigt sind. Diese Bedürfnisse entspringen der natürlichen Lebensweise des Menschen, der Matrifokalität, die seit der Erfindung des Vaters mehr und mehr unterdrückt wurde. Zu den natürlichen Verhaltensweisen und Gefühlen haben die Menschen keinen Zugang mehr. Ich erlebe es auch immer wieder bei der therapeutischen Arbeit in Frauengruppen, wie sehr manche Frauen von ihren Gefühlen abgeschnitten sind, sie überhaupt nicht spüren oder aber, wenn sie hochkommen, sofort bewerten und verdrängen. Diese Bewertungen der eigenen Gefühle sind aus dem Patriarchat entstanden, denn sie stehen im Widerspruch zu dem, was wir eigentlich fühlen. Von Kindesbeinen an wird gerade uns Frauen eingetrichtert, unseren Gefühlen nicht zu vertrauen, denn diese seien falsch. Unsere Wahrnehmung wurde uns abgesprochen, denn so, wie wir es wahrnahmen, war es in Wirklichkeit gar nicht, wir würden uns das alles nur einbilden, wurde uns eingetrichtert. So begannen wir, unseren Gefühlen zu misstrauen, sie zu verdrängen und nur noch das zu glauben, was man uns über uns sagte. Das ist auch der Grund, warum andere Menschen, gerade Männer gegenüber Frauen, glauben, besser über uns Bescheid zu wissen als wir selbst. Wir lernten neue Überzeugungen, Regeln, Verhaltensweisen, die im Widerspruch zu unseren wahren Gefühlen standen. Deshalb verschütteten sie, und der Zugang ist nicht oder nur noch eingeschränkt möglich. Doch um die eigenen Gefühle, Verhaltensweisen, Überzeugungen aufzuspüren, abzulegen, zu ändern und zu befreien, ist es notwendig, sich mit dem nächsten Punkt zu befassen:

3. Permanente Selbstreflexion

Die Tatsache, dass wir selbst, also auch wir Frauen, uns permanent patriarchal verhalten und deshalb genau dieses immer wieder überprüfen müssen, ist eine sehr schmerzhafte Erkenntnis, sind doch wir es, die wir am heftigsten darunter leiden und am vehementesten dagegen kämpfen. Dennoch ist sie zwingend notwendig, und sie ist ein lebenslanger Prozess. Ich behaupte sogar, sie ist als allererstes zu leisten, damit muss begonnen werden, denn Veränderung kann nur aus dem Inneren geschehen. Die Abschaffung des Patriarchats fängt in den Köpfen an. Dazu gehört das Bewusstsein, dass dieser Kopf durch die jahrtausendelange Gehirnwäsche durch und durch patriarchal denkt. Weil der Kopf patriarchal denkt, handelt der Mensch auch patriarchal. Da Männer wie Frauen im Patriarchat durch die ihnen zugeschriebenen Rollenbilder zwangssozialisiert wurden, handeln und denken sie in diesen Rollenbildern. Wie Männer zu sein haben, wie Frauen zu sein haben, wurde uns schon als Kind eingetrichtert. Das passiert heute noch und wird eher schlimmer als besser. Die Rollenklischees bringen uns patriarchalen Menschen bei, dass Männer die Norm und das Weibliche nichts wert ist.

Aus diesen Rollenverhältnissen entstehen Konflikte, nicht nur zwischen Männern und Frauen, sondern auch und gerade zwischen Frauen, die sehr heftig ausfallen können. Sie wurzeln in den Widersprüchen und Defiziten, die wir in uns tragen, aber auch in den Verletzungen, die uns immer wieder von anderen Menschen zugefügt wurden. Diese seelischen Wunden machen sehr empfindlich, daher ist es auch sehr schwierig, sie zu heilen. Um Wunden heilen zu können, müssen sie zunächst in Augenschein genommen werden, und allein das kann schon weh tun. Daher ist Selbstreflexion auch immer ein Heilungsprozess, aber ein schmerzhafter, der zumindest anfangs oft nicht ohne therapeutische Hilfe gegangen werden kann. Mit der Zeit, je mehr Wunden geheilt und problematische Verhaltensweisen und Überzeugungen abgelegt wurden, desto leichter wird es, mit den eigenen Fehlern und denen der anderen umzugehen. Schmerzen wird es immer wieder geben. Sie werden jedoch erträglicher, je reflektierter die Frau wird. Sie kann sich selbst besser annehmen und akzeptieren und wird sich selbst und andere weniger oft abwerten. Schuldgefühle hat sie besser im Griff oder schon weitestgehend abgelegt. Dadurch ist sie auch besser gegen die Reaktionen weniger oder gar nicht reflektierter patriarchaler Frauen geschützt.

Konflikte können gelöst werden, wenn die Parteien dafür offen sind. Das setzt voraus, dass sich alle darüber bewusst sind, was zu tun ist, wenn es um die Lösung eines Konflikts geht. Zur Selbstreflexion gehört auch Kritikfähigkeit. Diese wird vernebelt, sobald in einer Kritik ein vermeintlicher Angriff enthalten ist. Selbstreflektierte Menschen wissen das und können sich der Kritik, ohne sich angegriffen zu fühlen, öffnen. Wie im obigen Beispiel zu sehen war, ist das dort gründlich schief gegangen. Hier greift wieder meine Erkenntnis über das Sender-Empfänger-Modell: Die Empfängerin muss sich um Verständnis bemühen, wenn sie eine Botschaft verstehen will. Hört sie aber immer nur das heraus, was sie hören will, wird die Sachebene verlassen, die Beziehungsebene kommt ins Spiel und die Kommunikation geht schief, weil Sender und Empfänger auf verschiedenen Frequenzen kommunizieren.

Tägliche, permanente Selbstreflexion will gelernt sein. Sie setzt die Absicht voraus, an sich selbst zu arbeiten. Arbeit ist anstrengend, sie verlangt Pausen, es scheint auch mal rückwärts zu gehen, dann denkt frau, dort schon längst gewesen zu sein, doch in Wirklichkeit ist sie nur ein Stockwerk höher gegangen und guckt von oben zurück. Stück für Stück, je mehr die Frau (den Männern bleibt es auch nicht erspart, aber sie müssen es für sich selbst tun) sich selbst und ihrem Wesen näher kommt, wird sich der schmerzhafte Nebel lichten, den das Patriarchat über unseren Geist gelegt hat. Am Ende zeigt sich Klarheit, die zu einer bewussten Haltung führt. Auch das ist nicht leicht zu realisieren, denn es wird deutlich, dass es nur wenige andere gibt, die diesen Weg bereits hinter sich haben. Aber er muss gegangen werden. Von allen. Und irgendwann werden wir alle dort sein. Dies wird der Zeitpunkt sein, an dem das Patriarchat abgeschafft sein wird.

Verantwortlichkeit im Patriarchat

Psychotherapeuten sehen es als ihre Passion an, an der Seele erkrankte Menschen dahin zu bringen, dass sie in dieser Gesellschaft wieder funktionieren, und nicht, dass es ihnen besser geht. Das heißt, vordergründig schon, denn anders ausgedrückt: Dass es ihnen gut geht damit, mit den Missständen, mit denen sie täglich konfrontiert sind, klar zu kommen, sich zu arrangieren, es zu ertragen, dass ihnen ab und zu Unrecht geschieht. Die Psychotherapeuten helfen ihnen dabei, sich ein dickes Fell wachsen zu lassen, die Dinge nicht (zu sehr) an sich heran kommen zu lassen. Gelassen mit den Umständen umzugehen, versöhnlich mit den Ungerechtigkeiten der Vergangenheit abzuschließen, nach vorne zu gucken, in die Zukunft zu sehen, das Hier und Jetzt einfach akzeptieren, wie es ist. Sie transportieren Botschaften wie: „Wie du mit den Äußerlichkeiten umgehst, entscheidest du ganz allein. Es ist nicht die Frage, was dir geschieht, sondern wie du damit umgehst. Du kannst auf tausende verschiedene Arten damit umgehen, probiere es doch mal aus, anders zu reagieren als sonst. Mit Humor z. B. als mit Ärger. Du wirst sehen, die Umwelt wird deine Reaktionen spiegeln.“

Das alles ist zunächst richtig. Es hilft tatsächlich, gelassener mit den Umständen umzugehen, wenn sie einfach akzeptiert werden. Wenn sie als unveränderbare Größen angenommen und hingenommen werden, brauche ich keine Kraft mehr dafür aufzuwenden, sie ändern zu wollen. Der Kampf gegen Windmühlen ist ohnehin verloren.  Ich kann mich also ganz auf mich und meine eigenen Änderungen konzentrieren, meinen Weg finden, ihn konsequent gehen. Nicht nach links oder rechts sehen, den Blick klar nach vorn richten, zuversichtlich und mit geradem Rücken mich dem stellen, was auf mich zu kommt, ganz egal, was es ist, denn wir wissen schließlich alle nicht, was uns blüht.

Doch so einfach funktioniert es bei Frauen wie mir, die das Patriarchat begriffen haben, nicht mehr, wie ich am Ende des letzten Jahres sehr schmerzhaft feststellen musste. Ich habe mich in diesem Jahr fortgebildet, eine Prüfung mit Erfolg absolviert, beinhart verhandelt mit drei verschiedenen Arbeitgebern um vernünftige Bedingungen und einigermaßen angemessenes Gehalt, mich dafür jeden Morgen um vier aus dem Bett erhoben, aufgrund von Probezeiten auf Urlaub verzichtet (und trotzdem welchen durchgesetzt am Ende), mich mit dümmsten Kollegen und schwierigsten Kunden abgegeben, mich mit unwürdigen Arbeitsplatzbedingungen arrangiert, (fast) immer mit einem Lächeln auf den Lippen und der Zuversicht, dass sich alles zum Besten wendet. Darüber hinaus habe ich mich für Verbesserungen engagiert, ohne zu ahnen, dass das gar nicht erwünscht war. Mit dem Ergebnis, dass ich alles wieder verlor, mir wurde noch in der Probezeit gekündigt. Weil ich nicht in das dortige Team passte, nein, ich gehe noch weiter, weil ich nicht mehr in die Arbeitswelt passe. Weil ich das System, das Patriarchat, das dahinter steckt, durchschaut habe. Für mich als 55jähre Frau und immer noch alleinerziehende Mutter eine Katastrophe. Dies ist die Konsequenz für mein aufrichtiges, ehrliches und unbeugsames Handeln und Denken und für mein in den letzten Jahren angeeignetes Wissen und meine Erkenntnisse, die mich nun die Existenz kosten kann. Ich spüre meine Ohnmacht und Verzweiflung, nicht aus diesem Käfig ausbrechen zu können.

Andere Frauen, die noch im Arbeitsverhältnis stehen, sagen mir tatsächlich ins Gesicht (ohne es böse zu meinen), dass es Schlimmeres gibt als den Arbeitsplatz zu verlieren. In diesem Land verhungert man nicht. Es gibt Länder, da verhungert man ohne Arbeit tatsächlich, aber hier doch nicht, es ist ja alles abgesichert, ich kann froh sein, in so einem reichen Land wie Deutschland zu leben. Schlimmstenfalls müsste ich eben von Hartz IV leben. Als ich diese Aussicht fröhlich lachend mit triefendem Galgenhumor in die KollegInnenrunde (Kollegen, nur eine Kollegin) posaunte, war aber niemand darunter, der mir dazu gratulierte. Nein, betretenes Schweigen. Kein Wunder, niemand will in Hartz IV landen, und die, die es trifft, werden behandelt, als sei dies ihr persönliches Versagen und ihre eigene Schuld. Denn jeder ist schließlich für sich selbst verantwortlich, doch nicht die Umstände oder irgend ein Arbeitgeber. Passt man nicht ins Team, hat man eben selbst alles dafür getan, dass es so gekommen ist.

„Wir suchen uns das alles selbst aus!“, ruft mir das Patriarchat entgegen. Nein, es ist nicht „das Patriarchat“, das mir so etwas sagt. Es sind Mitmenschen, die diese Überzeugungen woanders gelernt haben, und ich weiß auch sehr genau wo. Ich war selbst mal dieser Überzeugung, als ich sie in einer Psychotherapie lernte. Sie stimmt auch, solange diese „Entscheidungen“ völlig unreflektiert und unbewusst innerhalb der angelernten rigiden Verhaltensmuster geschehen, in die jedes Individuum im Patriarchat mehr oder weniger verstrickt ist. Mit schlafwandlerischer Sicherheit z. B. sucht sich ein Mensch genau den Partner aus, der dem problematischsten Familienmitglied am ähnlichsten ist. Die Tochter sucht den gefühlskalten Vater. Der jüngere Bruder die ältere dominante Schwester, unter der er litt. Der Sohn die übergriffige Mutter usw., und das nur, weil dies in der Kindheit gelernt wurde, man kennt nichts anderes und das bedeutet (trügerische) Sicherheit. Doch durch das Verinnerlichen dieser Aussage und der Arbeit damit war ich gezwungen, meine eigenen Ansichten in Frage zu stellen und zu überprüfen, letztlich zu revidieren, was sehr heilsam war. So lernte ich Selbstreflexion, Verantwortung für mich zu übernehmen, was ich (und so viele Menschen im Patriarchat) vorher gar nicht konnte.

Dieses Übernehmen der eigenen Verantwortlichkeit hat aber genau da Grenzen, wo Verantwortung aufoktroyiert wird, wo keine ist. Man nennt das Victimblaming. Ein Mensch ist verantwortlich für das Unrecht, das er einer anderen Person angetan hat, und dreht einfach den Spieß um, um die Tat dem Opfer anzuhängen. Die Umwelt fällt auch noch darauf herein, und das Opfer ist doppelt geschädigt. Jeder Mensch, Mann wie Frau, ist im Patriarchat an Patriarchose (Stockholmsyndrom) erkrankt, und ein Symptom dieser ist das Verantwortlichmachen des Individuums für alles, was ihm geschieht. So muss an den Missständen nichts geändert werden, und die Menschen, die das nicht durchschaut haben, spielen da munter mit. Ich erwähnte diese notorische Täter-Opfer-Umkehr bereits in meinem Artikel über Bewusstsein und Wahrheit. „Sieh zu, wie du klar kommst!“ ist mir in meinem Leben öfter als genug kaltschnäuzig vor die Füße geschleudert worden, selbst dort, wo ich Schutz suchte. Patriarchale Verhaltensweisen sind das Gegenteil von artgerechtem Verhalten, wie es noch in der Matrifokalität unserer Ahninnen gelebt werden konnte. Aber wir haben es verlernt, wir patriarchalen Menschen können es gar nicht mehr, weil niemand im Patriarchat Matrifokalität erlebt hat.

Es sei denn, wir lernen aus der Menschheitsgeschichte, und zwar die Fakten und nicht das, was durch die herrschende Lehre propagiert wird, und besinnen uns auf unsere natürlichen Fähigkeiten des Zusammenlebens. Lernen können wir außerdem von den wenigen matrifokalen Gemeinschaften, die es heute noch gibt, z. B. den Mosuo in China und noch einigen anderen.